Automatisierte Rücknahme leerer Getränkeverpackungen

Der Verkauf von Getränken ist eine Sache, die Rücknahme der leeren Getränkeverpackungen eine andere.

Im Jahre 1999 wurden nach den aktuellsten, offiziellen Erhebungsdaten der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung (GVM) in Deutschland knapp 33,2 Milliarden Liter Getränke verkauft. Nach § 9 Abs. 2 der Verpackungsverordnung (VerpackV) sind folgende Getränkegruppen Teil der erhobenen Menge: Bier, Mineralwasser (einschließlich Quellwässer, Tafelwässer und Heilwässer), Erfrischungsgetränke mit Kohlensäure, Fruchtsäfte (einschließlich Fruchtnektare, Gemüsesäfte und andere Getränke ohne Kohlensäure) und Wein (ausgenommen Perl-, Schaum-, Wermut- und Dessertweine).
Von besagten 33,2 Milliarden Litern wurden 22,8 Milliarden Liter in Mehrwegverpackungen verkauft – dies entspricht einer Mehrwegquote von 68,68 %. Die Gesamtzahl von 36,6 Milliarden Mehrwegverpackungen verteilte sich zu 34,3 Milliarden (94 %) auf Glas- sowie 2,3 Milliarden (6 %) auf PET-Mehrwegflaschen.
Beim Kauf von Getränken in Mehrwegflaschen muss der Verbraucher neben dem Warenwert zusätzlich ein auf den jeweiligen Verpackungstyp und die Größe bezogenes Pfand bezahlen. Dieses wird ihm bei der Rückgabe der leeren Verpackungen erstattet. Welche Verkaufsstätte welche Verpackungen zurückzunehmen hat, ist im § 6 Abs. 1 VerpackV geregelt:
Der Vertreiber ist verpflichtet, vom Endverbraucher gebrauchte, restentleerte Verkaufsverpackungen am Ort der tatsächlichen Übergabe oder in dessen unmittelbarer Nähe unentgeltlich zurückzunehmen, einer Verwertung entsprechend den Anforderungen in Nummer 1 des Anhangs I zuzuführen und die Anforderungen nach Nummer 2 des Anhangs I zu erfüllen. Die Anforderungen an die Verwertung können auch durch eine erneute Verwendung oder Weitergabe an Vertreiber oder Hersteller nach Absatz 2 erfüllt werden. Der Vertreiber muss den privaten Endverbraucher durch deutlich erkennbare und lesbare Schrifttafeln auf die Rückgabemöglichkeit nach Satz 1 hinweisen. Die Verpflichtung nach Satz 1 beschränkt sich auf Verpackungen der Art, Form und Größe und auf Verpackungen solcher Waren, die der Vertreiber in seinem Sortiment führt. Für Vertreiber mit einer Verkaufsfläche von weniger als 200 m2 beschränkt sich die Rücknahmeverpflichtung auf die Verpackungen der Marken, die der Vertreiber in Verkehr bringt.
Oben benannte Vertreiber sind in diesem Zusammenhang Märkte des Lebensmitteleinzelhandels (LEH), Getränkeabholmärkte, Tankstellen und Kioske. ACNielsen gibt hierzu eine Zahl von etwa 100.000 relevanten Verkaufsstellen an.
 



Copyright: © TK Verlag - Fachverlag für Kreislaufwirtschaft
Quelle: Reformbedarf in der Abfallwirtschaft (2001) (Dezember 2001)
Seiten: 8
Preis inkl. MwSt.: € 0,00
Autor: Dipl.-Ing. Dipl.-Wirt.-Ing. Michael Löwe

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