Umsetzung der flächendeckenden Bioabfallkompostierung in Hessen

Die Getrenntsammlung und Kompostierung von Bioabfällen wird in Hessen seit etwa 15 Jahren praktiziert. Zum damaligen Zeitpunkt unternahm die rot-grüne Landesregierung erstmals den Versuch, das Abfallproblem durch gezielte Maßnahmen zur Vermeidung und Verwertung von Siedlungsabfällen zu lösen.

In einem auf mehrere Jahre angelegten Finanzierungsprogramm wurden von 1984 bis 1987 rund 95 Mio. DM zur Förderung abfallwirtschaftlicher Maßnahmen, umweltschonender Technologien und begleitender Untersuchungsprogramme bereitgestellt. Förderungsschwerpunkte waren hierbei: • Erstellung von Abfallwirtschaftskonzepten,
• Maßnahmen zur Getrenntsammlung von Abfällen,
• Neue Verfahren zur Verwertung organischer Abfälle,
• Vermarktungskonzepte für Werkstoffe aus Abfällen.
Die Modellvorhaben und Untersuchungen zeigten, dass vegetabile Küchen- und Gartenabfälle in der sogenannten Biotonne haushaltsnah erfasst und zu hochwertigem Kompost verarbeitet werden können. Im Rahmen des bundesweit vielbeachteten Modellversuchs Witzenhausen [1] wurden zwischen 1985 und 1987 die Bioabfälle von 30.000 EW getrennt gesammelt und in einer als offene Mietenkompostierung konzipierten Anlage naturnah verwertet. Etwa später (1987/89) wurde auf dem Gelände der Deponie Aßlar ein neues Intensivrotteverfahren, die Herhof-Boxenkompostierung, erfolgreich erprobt.
 Trotz der erfolgreichen Modellprojekte entwickelte sich die Umsetzung der Getrenntsammlung und Kompostierung von Bioabfällen in Hessen zunächst nicht als Erfolgsgeschichte. So stand gleich zu Beginn ein politischer Misserfolg, als es 1985 dem grünen Umweltminister Joschka Fischer nicht gelang, die Getrenntsammlung von Bioabfällen in Hessen gesetzlich zu verankern. Gegen diese Absicht wehrten sich vor allem die unmittelbar betroffenen Kommunen und die ihnen nahe stehenden Landtagsabgeordneten. Auch in der Folgezeit kam es immer wieder zu Irritationen und kontroversen Debatten, die ungeachtet aller abfallwirtschaftlichen Erfolge bis heute andauern.
Nachfolgend wird darüber berichtet, wie die flächendeckende Bioabfallkompostierung im vergangenen Jahrzehnt in Hessen schrittweise umgesetzt wurde. Zugleich erfolgt eine kritische Reflexion der die Umsetzung begleitenden Akzeptanz- und Vollzugsprobleme.
 



Copyright: © TK Verlag - Fachverlag für Kreislaufwirtschaft
Quelle: Reformbedarf in der Abfallwirtschaft (2001) (Dezember 2001)
Seiten: 12
Preis inkl. MwSt.: € 0,00
Autor: MDgt.a.D. Dipl.-Ing. Edgar Freund

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