Verringerung des Heizwertes der Deponiefraktion durch die mechanisch-biologische Abfallbehandlung

Am 1. März 2001 sind in Deutschland die Abfallablagerungsverordnung (AbfAblV), die 30. Bundesimmissionsschutzverordnung (30. BImSchV) und der Anhang 23 der Abwasserverordnung in Kraft getreten [1]. In diesen Verordnungen werden strenge Anforderungen an den Betrieb von mechanisch-biologischen Anlagen (MBA) festgeschrieben und damit die notwendige Investitionssicherheit für den Aufbau der benötigten Anlagenkapazitäten in Deutschland geschaffen. In der AbfAblV wird eine Begrenzung des Brennwertes bzw. oberen Heizwertes (Ho) für die mechanisch-biologisch behandelten Siedlungsabfälle vorgenommen. Ziel dieser Ho-Regelung ist es, eine ausreichende Abtrennung von heizwertreichen Materialien sicherzustellen, damit diese hochkalorische(n) Fraktion(en) einer umweltverträglichen energetischen Verwertung zugeführt werden können.

Da es bisher in Deutschland nur wenige Untersuchungen zur Verringerung des Ho durch die mechanisch-biologische Abfallbehandlung gibt, wurde bei der Festlegung auf die Erfahrungen in Österreich zurückgegriffen. Im Jahr 1996 hat der österreichische Gesetzgeber mit der Deponieverordnung (DVO) die Anforderungen für die Ablagerung von Abfällen verschärft und damit den Übergang zu einer Deponierung reaktionsarmer Abfälle eingeleitet [2]. Ab dem 1.1.2004 ist grundsätzlich eine Vorbehandlung erforderlich, die durch eine ausschließlich thermische Behandlung oder mittels Kombination aus mechanisch-biologischen und thermischen Verfahren (Restabfallsplitting) realisiert werden kann. Die entscheidende Voraussetzung für die Deponierung von mechanisch-biologisch vorbehandelten Abfällen ist derzeit die Einhaltung des Grenzwertes für den oberen Heizwert (Ho) von 6.000 kJ/kg TS. Im vorliegenden Beitrag werden die Ho-Regelungen in Österreich und Deutschland erläutert und technische Konzepte zur Umsetzung vorgestellt. Anschließend werden die wesentlichen Ergebnisse der Untersuchungen zur Verringerung des Ho an den österreichischen mechanisch-biologischen Abfallbehandlungsanlagen (MBA) Allerheiligen, Kufstein und Zell am See erläutert. Diese und andere MBA-Projekte wurden am Institut für Entsorgungs- und Deponietechnik der Montanuniversität Leoben (Österreich) durchgeführt, wobei seit März 2000 eine enge Kooperation zum Fachgebiet Technischer Umweltschutz an der FH Hildesheim/Holzminden/Göttingen besteht. Ausführlichere Darstellungen zu den Untersuchungen an österreichischen MBA sowie Stand und Perspektiven der MBA in Österreich können beispielsweise den Publikationen [5–14] entnommen werden (siehe auch www.fu.fh-goettingen.de/fgtus).
 



Copyright: © TK Verlag - Fachverlag für Kreislaufwirtschaft
Quelle: Reformbedarf in der Abfallwirtschaft (2001) (Dezember 2001)
Seiten: 18
Preis inkl. MwSt.: € 0,00
Autor: Prof. Dr. Michael Nelles
Dr.-Ing. Sarah Gehrig
Dipl.-Ing. Andreas Neff

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