Verfahrensprinzipien zur Monoverbrennung von Klärschlamm

In die Diskussion um den besten Weg für die Behandlung und Entsorgung unserer kommunalen Klärschlämme ist Bewegung wie lange nicht mehr gekommen. Einschlägige Beiträge zu dieser Diskussion befassten sich mit Klärschlammentsorgung – Möglichkeiten und Grenzen [Kobelt 2000; Tritt 1998] oder mit Vergleich und Bewertung von landwirtschaftlicher und thermischer Verwertung [Witte 1999]. Trotz aller Kontroversen schien der gemeinsame Ausbau der beiden vorgenannten Entsorgungsschienen nach dem zumindest rechtlich vorgesehenen Ende der Klärschlammdeponierung im Jahre 2005 der Weg der Wahl zu sein.

Eine ganz neue Dimension haben jetzt die Thesen von Professor Hahn vom Umweltbundesamt ausgelöst, der jetzt den Ausstieg aus der landwirtschaftlichen Klärschlammverwertung als eine notwendige Harmonisierung im vorsorgenden Umweltschutz fordert [Hahn 2000]. Damit könnte der thermischen Entsorgung sowie der energetischen Verwertung eine ungeahnte Bedeutung zukommen. Das ist ein Grund, warum in diesem Beitrag noch einmal die Möglichkeiten der Monoverbrennung von Klärschlamm vorgestellt werden [vgl. Faulstich, Wiebusch 1998].
Der Beitrag konzentriert sich dabei auf die Darlegung der prinzipiellen Möglichkeiten. Die jeweiligen Verbrennungskapazitäten sind in dem Beitrag von Johnke in diesem Band erörtert worden. Unter anderem werden einige Verfahren vorgestellt, die in der Vergangenheit keine Bedeutung erlangten, wegen der angesprochenen Diskussion um ein Verbot der landwirtschaftlichen Verwertung jedoch möglicherweise wieder zu Ehren kommen. Neben der Monoverbrennung kommt zukünftig vermutlich der Mitverbrennung von Klärschlämmen ein großer Stellenwert zu. Der Behandlung insbesondere in Kraftwerken und Zementwerken sind in diesem Band eigene Beiträge gewidmet.
Die Verfahren der Monoverbrennung werden dabei in solche mit und ohne Ascheschmelzen eingeteilt. Das Schmelzen der Aschen aus Abfallverbrennungsanlagen ist ebenfalls eine alte Forderung von besagtem Professor Hahn. Durch den rapiden Verfall der Preise für den Versatz in den Bergwerken hat jedoch das Ascheschmelzen bislang keine große Bedeutung erfahren. Durch die aktuelle Diskussion um den Bergversatz in der Europäischen Kommission könnte auch das Thema Ascheschmelzen wieder eine Renaissance erfahren.



Copyright: © TK Verlag - Fachverlag für Kreislaufwirtschaft
Quelle: Verantwortungsbewusste Klärschlammverwertung (2001) (Juni 2001)
Seiten: 26
Preis inkl. MwSt.: € 0,00
Autor: Prof. Dr.-Ing. Martin Faulstich

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