Entwässerung von Klärschlamm Stand der Technik und Perspektiven

Die Randbedingungen der Klärschlammentsorgung haben sich in den letzten Jahren erheblich verändert und verändern sich ständig weiter. Als Stichworte sind hier u.a. zu nennen: Bioabfallverordnung, Klärschlammentschädigungsfondsverordnung, Einführung des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes, die Diskussion über den Entwurf der Verordnung über die umweltverträgliche Ablagerung von Siedlungsabfällen und über die biologische Abfallbehandlungsanlagen und nicht zuletzt die EU-Klärschlammrichtlinie. Des Weiteren ist zur Zeit noch ein Preisverfall für die thermische Klärschlammverwertung zu verzeichnen.

  Der Zwang zur notwendigen Entsorgungssicherheit auf der Grundlage veränderter Bedingungen macht es um so notwendiger, die Verfahrensketten zur Schlammbehandlung auf den/die ausgewählten Entsorgungsweg(e) auszurichten. Die Entwässerung als wichtige Grundoperation der Klärschlammbehandlung hat eine entscheidende Bedeutung für die Auswahl eines Entsorgungsweges.
 In fast allen Verfahrensketten ist die maschinelle Entwässerung – nachdem die natürliche Entwässerung aufgrund vielerlei nicht immer nachvollziehbarer Gründe heute einen geringeren Umfang einnimmt als früher – ein Hauptbestandteil. Dies gilt für das Entsorgungsziel Deponie – solange dies trotz der Technischen Anleitung Siedlungsabfall noch machbar sein wird – ebenso wie für die landwirtschaftliche Klärschlammverwertung. Auch in der Vorbehandlung des Schlamms vor thermischen Behandlungsanlagen (Trocknung und Verbrennung) hat die maschinelle Schlammentwässerung ihren Platz.
Mit der Verschärfung von Deponieanforderungen sowie dem Zwang, thermischen Behandlungsverfahren mehr Raum zu geben, haben sich die Ziele der Schlammentwässerung zwischenzeitlich dahingehend verschoben, möglichst hohe Feststoffgehalte zu erreichen. Die physikalischen und chemischen Vorgaben der Konditionierung und Wasserbindung begrenzen dabei die erreichbaren Entwässerungsgrade. Unter anderem aus verständlichen Verkaufsüberlegungen – seltener aus Unerfahrenheit – werden manchmal die so vorgegebenen Randbedingungen übersehen oder verzerrt. Die vorgesehenen Entwässerungssysteme sollten deshalb vom Anwender selbst auf ihre Wirksamkeit vor Ort untersucht werden. Die verfahrenstechnischen Abläufe der Abwasserreinigung, Schlammbehandlung und Schlammentsorgung sind dabei ineinander verzahnt und deshalb immer im Rahmen eines Gesamtkonzeptes zu betrachten.
 



Copyright: © TK Verlag - Fachverlag für Kreislaufwirtschaft
Quelle: Verantwortungsbewusste Klärschlammverwertung (2001) (Juni 2001)
Seiten: 26
Preis inkl. MwSt.: € 0,00
Autor: Professor Dipl.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Armin K. Melsa

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