Phosphatgewinnung aus Klärschlamm nach dem Phostrip-Verfahren

Im Tiefbauamt der Stadt Darmstadt entschied man sich hinsichtlich der Phosphorelimination schon 1987 für das biologisch-chemische Phostrip-Verfahren, das damit erstmals in der Bundesrepublik Deutschland im großtechnischen Maßstab im Klärwerk Darmstadt-Eberstadt (50.000 EW) und anschließend im Zentralklärwerk Darmstadt (250.000 EW) realisiert werden sollte.

  Das Klärwerk Darmstadt-Eberstadt ging nach umfangreichen Umbau- und Sanierungsmaßnahmen mit Abschluss des 2. Bauabschnittes Ende 1991/Anfang 1992 in Betrieb. Das hier – mit seinen über die eigentliche Phosphorelimination und die Möglichkeit der Phosphatrückgewinnung hinausgehenden Eigenschaften – vorgestellte Phostrip-Verfahren wurde anfänglich im Auftrag des Hessischen Ministeriums für Umwelt und Reaktorsicherheit von der Gesamthochschule Kassel bezüglich seiner Wirkungsweise beurteilt und mit weiteren biologischen Phosphoreliminationsverfahren verglichen.
 Anschließend wurde ein dreijähriges Verbund-Forschungsprojekt unter der Beteiligung der Gesamthochschule Kassel, der Universitäten Stuttgart und Freiburg sowie des Fraunhofer Instituts Karlsruhe durchgeführt. Die Finanzierung des Projektes mit einem Volumen von etwa 1,3 Mio. DM erfolgte zu 40 % durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt, Osnabrück. Das Ziel lag sowohl in der kritischen Beurteilung des Verfahrens hinsichtlich weiterer Anwendungsempfehlungen zur Realisation als auch in der allgemeinen Offenlegung von Bemessungsgrößen. Das Verfahren fand anschließend Eingang in das ATV-Handbuch [Biologische und weitergehende Abwasserreinigung, S. 265 ff, S. 315 ff; 4. Aufl., (1997)].



Copyright: © TK Verlag - Fachverlag für Kreislaufwirtschaft
Quelle: Verantwortungsbewusste Klärschlammverwertung (2001) (Juni 2001)
Seiten: 10
Preis inkl. MwSt.: € 0,00
Autor: Dr. Dipl.-Biol. Joachim Bartl

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