Handlungsansätze für eine nachhaltige Stoffwirtschaft am Beispiel Klärschlamm

Die Diskussion über eine nachhaltige Stoffwirtschaft ist das Ergebnis massiver Eingriffe des Menschen in den Stoffwechsel der Natur. Noch vor hundert Jahren war es kaum vorstellbar, dass von Menschen verursachte Stoffströme jemals in die Größenordnung der natürlichen bio- und geogenen Stoffkreisläufe gelangen könnten. Der weltweite jährliche Erdölverbrauch ist in den letzten hundert Jahren beispielsweise von unter 20 Millionen Tonnen auf über drei Milliarden Tonnen um mehr als das Hundertfache gestiegen, mit den bekannten Folgen für den globalen Kohlenstoffkreislauf.

  Auch die Nährstoffkreisläufe sind mit der Intensivierung der Landwirtschaft und zunehmenden räumlichen Trennung von Produktion und Konsum landwirtschaftlicher Produkte immer stärker anthropogen beeinflusst. Hinzu kommen Pestizide, Masthilfsmittel, Konservierungsmittel, Lebensmittelzusatzstoffe und vieles andere mehr.
Mit der geradezu explosionsartigen Entwicklung von Vielfalt und Gesamtmenge chemischer Produkte sind in diesem Jahrhundert viele Stoffe in den Umlauf gekommen, die dem Naturhaushalt zum Teil fremd sind (Xenobiotika). Die Weltproduktion an chemischen Erzeugnissen ist seit 1930 von etwa 1 Mio. Tonnen auf nun bald eine halbe Milliarde Tonnen gestiegen.
Standen zunächst die unbeabsichtigten Emissionen aus der Produktion im Mittelpunkt umweltpolitischen Interesses, werden heute insbesondere Verbleib und Verhalten der Produkte in der Umwelt diskutiert.
Der Klärschlamm hat im Stoffwechsel zwischen Mensch und Natur eine Schlüsselstellung inne. Viele der anthropogen erzeugten und genutzten Stoffe gelangt  über Industrie, Gewerbe, Haushalte oder Land- und Forstwirtschaft in das Abwasser und über das Abwasser in den Klärschlamm oder genauer in die unterschiedlichen Klärschlämme.
 Der Klärschlamm spiegelt in Menge und Zusammensetzung seiner Inhaltsstoffe in gewisser Weise die Qualität des Stoffwechsels zwischen Mensch und Natur wider. Es lohnt daher, den Klärschlamm vor dem Hintergrund der stoffpolitischen Diskussion der letzten Jahre zu betrachten. Drei umweltpolitische Diskussionsrichtungen bestimmen seit den 70er Jahren die Entwicklung einer ganzheitlichen Auseinandersetzung mit dem Stoffwechsel zwischen Mensch und Natur. Es sind dies die energiepolitische, die abfallwirtschaftliche und die chemiepolitische Diskussion.



Copyright: © TK Verlag - Fachverlag für Kreislaufwirtschaft
Quelle: Verantwortungsbewusste Klärschlammverwertung (2001) (Juni 2001)
Seiten: 10
Preis inkl. MwSt.: € 0,00
Autor: Dr. Karl-Otto Henseling

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