Räumliches Wissen - BDE führt Geografisches Informationssystem (GIS) ein
Der Bundesverband der Deutschen Entsorgungswirtschaft (BDE) verfügt über umfangreiches fachspezifisches Datenmaterial, das bislang nicht ausgewertet und bereitgestellt wurde. Mit dem GIS-Projekt wird dieser Zustand nun beendet. Neben standortbezogenen Daten zu Mitgliedern und Anlagen wird es mit dem System künftig möglich sein, auch Flächendaten darzustellen.
26.04.2006 Die anschauliche Darstellung von Datenmaterial wie Firmen- und Anlagenstandorte ist ein Wunsch von BDE-Mitgliedsfirmen, Partnern in anderen Organisationen und der Öffentlichkeit. Doch mit üblichen Softwareprogrammen lassen sich solche Darstellungen praktisch nicht realisieren. Die IT-Abteilung des BDE hat in Zusammenarbeit mit der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit und externen Partnern das Projekt ,Geografisches Informationssystem (GIS)' gestartet. Erstmals führt damit ein Verband der Entsorgungsbranche ein Web-basiertes Informationssystem ein, das Daten anschaulich in geografischen Karten darstellt.

Da nicht jedes Unternehmen eigenständig einen entsprechenden umfassenden Datenpool aufbauen und diesen aufbereiten kann, ist es das Ziel des Projekts, dies als Service besonders für Mitgliedsunternehmen anzubieten. Mit professionell aufbereiteten Daten sollen die BDE-Mitgliedsunternehmen einen Wissensvorsprung vor den nicht im BDE organisierten Unternehmen erlangen beziehungsweise Nichtmitgliedern Anreize für eine Mitgliedschaft im BDE geboten werden.

Die Gesamtentwicklung des GIS wird zirka zweieinhalb Jahre in Anspruch nehmen. Phase I, die Entwicklung und Programmierung der Grunddaten, ist zur Mitgliederversammlung des BDE im Oktober des vergangenen Jahres abgeschlossen worden. Inzwischen wurde das GIS auch beim Bundeskartellamt vorgestellt. Seitens der Behörde wurde signalisiert, dass es gegenüber dem System kartellrechtlich keine Vorbehalte gibt.

Zur Messe ENTSORGA-ENTECO (24.-27. Oktober 2006 in Köln) werden dann nach Abschluss der Phase II auch Flächendaten zu Abfallmengen und zur Entsorgungstätigkeit von Gemeinden, Kreisen, kreisfreien Städten und Bundesländern erfasst und dargestellt. Mitte 2007 soll das System dann abschließend in der Lage sein, die vorhandenen Flächen- und Mengendaten und die entsprechenden Anlagendaten miteinander zu kombinieren.

Die Testanwendung des GIS finden Interessierte auf der Homepage des BDE unter www.bde-berlin.de. Anhand unterschiedlicher Selektionskriterien wie Name, Dienstleistungs- oder Abfallarten, Anlagentypen etc., kann gezielt nach einem BDE-Mitglied oder einer entsprechenden Anlage gesucht werden.
Die Ergebnisse werden auf einer interaktiven Karte visualisiert. Ein entsprechender Kartenmaßstab von 1:2.500 bis 1:6.400.000 ist frei wählbar. Neben dem Städtenamen könne Verwaltungsgrenzen bis herunter zur Gemeindegrenze angezeigt werden. Die Werkzeugleiste bietet einige interessante Zusatzfunktionen, wie den Info-Button, an. Informationen zu den angezeigten Punkten auf der Karte erhält der Nutzer, indem er den Info-Button in der Werkzeugleiste anklickt. Einfach den gewünschten Punkt in der Karte anwählen, und es öffnet sich ein Pop-up-Fenster. Hier werden in tabellarischer Form alle Unternehmen und Anlagen ausgewählt, die sich innerhalb des ausgewählten Gebietes befinden.

Die Unternehmens- und Anlagennamen sind als Link angelegt, über den man wiederum Detailinformationen zu den einzelnen Standorten enthält - ausführliche Adressdaten, das Leistungsspektrum oder auch Anlagenmerkmale wie Fernwärmeabgabe, Stromabgabe oder Kapazitäten. Die Datenpflege erfolgt in der ersten Phase noch zentral durch die Mitarbeiter des BDE. Das gewählte System ist aber so zukunftssicher, dass es bereits jetzt über eine entsprechende international normierte Schnittstelle verfügt, um später einmal Datenmaterial aus externen Quellen integrieren zu können und anderen Interessenten für ihre GIS-Anwendung zur Verfügung zu stehen.

Interessierte können eine Info-Broschüre mit einer Präsentations-CD beim BDE beziehen (
gis@bde-berlin.de).
Unternehmen, Behörden + Verbände: BDE
Autorenhinweis: Jörg Klinge, BDE
| Copyright: | © Deutscher Fachverlag (DFV) |
| Quelle: | April 2006 (März 2006) |
| Seiten: | 1 |
| Autor: | Jörg Klinge 
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