Reinigung an der Quelle - AOX beim Verursacher effektiver zu entfernen als in der Kläranlage

Klärwerke sind mit der hochgradigen Reinigung von AOX und anderen kritischen Stoffen aus den Bereichen Pharmazie, Krankenhäuser, Pflanzenschutz und der Chemie oft überfordert. Das ABKAT-Verfahren eliminiert diese Stoffe mit der so genannten Nassoxidation (NO) oder katalytischer Oxidation (KO) bereits beim Verursacher.

21.04.2006 Die allgemein übliche Technik zur Entfernung von AOX aus einem Abwasser ist das Strippen mit Luft oder die Adsorption an Aktivkohle. Die vom Gesetzgeber vorgegebenen niedrigen Grenzwerte von 1 mg/l oder darunter lassen sich mit diesen Techniken realisieren. Dabei muss beachtet werden, dass die Strippung immer eine nachgeschaltete Abgasreinigung erfordert. Eine Vielzahl von mehrfach halogenierten organischen Komponenten wie Perchlorethylen sind jedoch aufgrund ihres geringen Dampfdruckes nur mit hohem technischem Aufwand zu strippen. Mittels Adsorption wird in einer zweiten Behandlungsstufe die Feinreinigung vorgenommen. In industriellen Abwässern und in Krankenhausabwässern liegen oft hohe CSB- und AOX-Werte vor. Der CSB-Wert ist meist mehrere Zehnerpotenzen höher als der AOX-Wert. Für beide Summenparameter sind verschiedene organische Verbindungen verantwortlich, die nur zum Teil durch Strippung entfernt oder durch biologische Prozesse abgebaut werden können. Probleme bereiten unter anderem die folgenden Komponenten bzw. Schadstoffklassen: Dimethylamin, mehrfach halogenierte Phenole, Phthalate, bromorganische Verbindungen, Pestizide, Hormone, halogenhaltige und stickstoffhaltige Pharmainhaltsstoffe, Röntgenkontrastmittel, Aldehyde, Öko-Ether (Kraftstoffadditive zur Erhöhung der Klopffestigkeit), Nitroaromaten und Aniline...

Unternehmen, Behörden + Verbände: DGE, Institut für Nichtklassische Chemie e.V.
Autorenhinweis: Dr.-Ing. Lothar Günther, Dr. Jörg Hofmann, Dr. Mike Wecks Institut für Nichtklassische Chemie e.V. Universität Leipzig



Copyright: © Deutscher Fachverlag (DFV)
Quelle: April 2006 (März 2006)
Seiten: 3
Autor: Dr.-Ing Lothar Günther
Dr. Jörg Hofmann
Dr. Mike Wecks

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