Erweiterung einer Kompostanlage um eine anaerobe Behandlung

Der Landkreis Kassel hat seit über 15 Jahren die Biotonne flächendeckend eingeführt. Durch das Einheits-Gebührensystem ist eine hohe Bioabfallerfassungsrate realisiert worden, denn jedes Grundstück erhält eine 240 l – Biotonne kostenlos zum Restabfallgefäß dazu. Entsprechend hoch ist die spezifische Menge an Bio- und Grünabfällen von über 200 kg/Einwohner und Jahr. Damit gehört der Landkreis Kassel bundesweit zu den Spitzenreitern (Durchschnitt Hessen: 130 kg/E*a). Insgesamt werden bei 237.000 Einwohnern ca. 42.000 t Bioabfälle und 6.000 t Grünabfälle eingesammelt.

Der Landkreis Kassel hat am Standort Lohfelden-Vollmarshausen die bestehende Kompostierungsanlage um eine Trockenvergärungsstufe als Vorschaltanlage erweitert. Als Kooperationspartner übernimmt die Gemeinde Lohfelden das Rohbiogas und leitet dieses nach entsprechender Aufbereitung über eine Mikrogasleitung zu drei BHKW´s. Die Abwärme beheizt öffentliche Gebäude und die Trockenvergärungsanlage. Nur mit einem weitgehenden Wärmenutzungskonzept ist eine Kompostierung mit Vergärungsvorstufe einer alleinigen Kompostierung wirtschaftlich ebenbürtig. Um eine möglichst gute Auslastung der Vergärung und der nachfolgenden Biogasverwertung zu gewährleisten ist ein Bioabfallmengenmanagement notwendig, welches die spezifische Gasbildungsrate der Bioabfälle über den Jahresverlauf berücksichtigt. Die Vergärung muss mit der nachfolgenden Kompostierungstechnik harmonisiert werden und einen entsprechend kompostierbaren Gärrest erzeugen. Über ein eigenständiges Schwachgasmanagement lässt sich der Methanschlupf erheblich reduzieren und die Menge an verwertbarem Biogas optimieren.
 

Abbildung: Vergärungsstufe der Bioabfallkompostierungsanlage



Copyright: © Arbeitsgemeinschaft Stoffspezifische Abfallbehandlung ASA e.V.
Quelle: 9. Recyclingtage 2012 (September 2012)
Seiten: 8
Preis: € 4,00
Autor: Dipl.-Ing. Jörg Hezel

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