Vor- und Nachteile von aufbereitetem Baggergut als Oberflächendichtmaterial

Bei der Gewässerunterhaltung des Hamburger Hafens fallen seit mehreren Jahrzehnten über 2 Mio. m3 Sedimente pro Jahr an, die zu einem erheblichen Anteil feinkörnig und belastet sind.

Seit 1993 erfolgt die Aufbereitung des überwiegenden Anteils des an Land zu behandelnden Baggergutes durch eine technische Anlage (METHA). Vereinfacht ausgedrückt wird in der Anlage der unbelastete Sand mit Hydrozyklonen und Auf-stromsortierern von der Feinfraktion (< 63 µm) getrennt und die Feinfraktion durch Siebband- und Hochdruckpressen auf einen Feststoffgehalt von ca. 55 Gew. % entwässert. Die so aufbereitete Feinfraktion wird im als METHA-Schlick bezeichnet.
Labormessungen an entwässertem Hafenschlick haben ergeben, dass dieses Material in verdichteter Form mit gesättigten Wasserleitfähigkeiten unter 1 * 10-9  m/s zur Abdichtung geeignet sein kann.
Das Problem von Schlick als Dichtungsmaterial in Oberflächenabdichtungssystemen liegt in seiner hohen Schrumpfanfälligkeit bei Wasserentzug. Die hierbei entstehenden Risse können zu einem hydraulischen Versagen der mineralischen Dichtung führen. Gleichzeitig weicht der eingesetzte Hafenschlick in seinen Eigenschaften z. T. erheblich von den in den Verwaltungsvorschriften festgelegten Kennwerten für mineralisches Dichtungsmaterial - wie z. B. in dem Gehalt an organischer Substanz, dem Einbauwassergehalt und der Verdichtbarkeit - ab.
Da es nicht möglich war, eine ausreichende Sicherheit über das Systemverhalten einer Oberflächenabdichtung aus Hafenschlick aus Laborversuchen abzuleiten bzw. Ergeb-nisse aus Untersuchungen anderer Oberflächenabdichtungssysteme (z. B. MELCHIOR 1993) zu übertragen, wurden vom Institut für Bodenkunde der Universität Hamburg (IfB) von 1995 bis 1999 Feldversuche zur Prüfung der Funktionsfähigkeit des auf der Schlicklagerstätte Francop realisierten Oberflächenabdichtungssystems durchgeführt. Nach Abschluss des Projektes (April 1999) wurden die Messungen der Abflüsse und der meteorologischen Parameter durch den Deponiebetreiber (Strom- und Hafenbau) fortgesetzt und dem IfB zur Auswertung zur Verfügung gestellt.



Copyright: © Wasteconsult International
Quelle: Abfallforschungstage 2004 (Juni 2004)
Seiten: 13
Autor: Dr. Alexander Gröngröft
Dr. Klaus Berger

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