Optimierungsversuche zur Verbesserung der Entgasung bestehender Reaktordeponien mit dem Ziel der Inertisierung

Im Rahmen eines von der Arbeitsgruppe Innovative Projekte beim Ministerium für Wis-senschaft und Kultur des Landes Niedersachsens geförderten Forschungsvorhabens wurden Optimierungsversuche zur Verbesserung der Entgasung bestehender Reaktor-deponien mit dem Ziel der Inertisierung durchgeführt.

Ziel des Projektes war es, durch eine möglichst geringe Wasserinfiltrationsrate den Bio-prozess in einer anaeroben Reaktordeponie – Deponie mit hohem organischen Anteil – zu optimieren. Dazu wurden Testzellenversuche unter definierten Laborbedingungen und Infiltrationsversuche auf großtechnischen Deponien durchgeführt. Für die Testzel-lenversuche wurde frischer Restmüll aus einem ländlich strukturierten Gebiet verwendet. Nach Eintritt der stabilen Methanphase wurde in einer Testzelle die Bewässerung eingestellt und die beiden anderen Testzellen mit verschiedenen Infiltrationsraten bewässert. Die Einstellung der Bewässerung führte in der entsprechenden Versuchsphase im Vergleich zu den anderen Testzellen zu einer deutlich geringeren Gasproduktion. Außerdem wurde noch eine Sickerwasserbildung von 0,7 m³/ ha registriert. In den bei-den anderen Testzellen wurde nur ein Zusammenhang zwischen reduzierter Infiltrationsrate und Sickerwassermenge beobachtet. In Bezug auf die Gasmenge und den Kohlenstoffaustrag über den Sickerwasserpfad war der Einfluss der Infiltrationsmenge nicht feststellbar. Hier wurde aus der Testzelle mit der geringeren Infiltrationsrate die größere Kohlenstofffracht ausgetragen und in dieser Testzelle eine größere Gasmenge produziert. In diesem Zusammenhang muss beim Ausbau des Restmülls aus den Testzellen geprüft werden, inwieweit eine gleichmäßige Durchströmung des Restmülls stattgefunden hat.
Die Infiltrationsversuche auf großtechnischen Deponien lassen keine Aussagen zur Entwicklung der Gasmengen zu, da diese nur in Summe an einem Messpunkt gemes-sen wurde. Aber ein Anstieg der Methankonzentration wurde gemessen.
Die Testzellenversuche und die Versuche auf den großtechnischen Deponien führten jedoch zu unterschiedlichen Ergebnissen. In den Testzellenversuchen war keine Ver-änderung der Methankonzentration messbar.
Die Ergebnisse aller Versuchen zeigen, dass die Erarbeitung von Infiltrationsempfeh-lungen kaum möglich ist. Das inhomogene Material Restmüll führte bereits unter defi-nierten gleichen Laborbedingungen in der erste Phase zu sehr unterschiedlichen Entwicklungen in den Testzellen. Des Weiteren ist für die Untersuchungen auf großtechnischen Deponien ein relativ hoher Messaufwand notwendig.



Copyright: © Wasteconsult International
Quelle: Abfallforschungstage 2004 (Juni 2004)
Seiten: 20
Autor: Pamela Holweg
Prof. Dr.-Ing. Klaus Cord-Landwehr
Dipl.-Chem. Myriam E. Müller

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