Vom Feuerlöschübungsbecken zur Trinkwasserfassung Transport von perfluorierten Chemikalien (PFC) in der ungesättigten Bodenzone und im Grundwasser

Filmbildende Feuerlöschschäume wurden zum Löschen von Flüssigkeitsbränden (z. B. Kerosin) seit den 1960er Jahren z. B. auf Flughäfen verwendet. Sie
enthielten bis ca. 2001 geringe, aktuell sehr geringe Konzentrationen an per- und polyfluorierten Chemikalien (PFCs). Diese sind für Säugetiere giftig, persistent und im Grundwasser sehr mobil. Sie stellen daher eine ernste Gefahr für die Qualität des Grund- und Trinkwassers dar.

Seit den 1960er Jahren wurden filmbildende Feuerlöschschäume zur Flüssigkeitsbrandbekämpfung (Brandklasse B, z. B. Kerosin) auf zivilen und militärischen Flugplätzen genutzt. Löschübungen wurden mehrmals jährlich z. B. an Feuerlöschübungsbecken durchgeführt. Auf 75 % der militärischen Liegenschaften in Deutschland und den Vereinigten Staaten wurde das Produkt „Light water FC-203" der Firma 3M eingesetzt. Zu den enthaltenen PFCs zählen v. a. perfluorierte Carboxylate mit der Leitsubstanz Perfluoroctansäure (PFOA) und perfluorierte Sulfonate mit den Leitsubstanzen Perfluorhexansulfonsäure (PFHxS) und Perfluoroctansulfonsäure (PFOS). PFCs werden aufgrund der sehr stabilen Fluor-Kohlenstoffbindung (mikrobiologisch) nicht abgebaut, so dass sie persistent sind, sich in der Nahrungskette anreichern und ubiquitär verbreitet sind. PFCs stehen im Verdacht krebserregend und mutagen wirksam zu sein. Sie stellen daher eine potentielle Gefahr für die Qualität des Grundwassers und damit im Falle einer Trinkwassernutzung eine potentielle Gefahr für die menschliche Gesundheit dar.



Copyright: © Bayerisches Landesamt für Umwelt
Quelle: 8. Bodenschutztage Marktredwitz 2014 (Oktober 2014)
Seiten: 6
Preis inkl. MwSt.: € 0,00
Autor: Jörg Danzer
Melanie Herbst
Thomas Schiele

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