Das MeBo-Bohrprojekt – unterseeisches Bohren in großer Tiefe

in am Zentrum für marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen (MARUM) entwickeltes Meeresboden-Bohrgerät wurde im Juli/August 2005 während einer zehntägigen Expedition mit dem Forschungsschiff METEOR am nordwestafrikanischen Kontinentalhang vor der Küste von Marokko erfolgreich getestet. Das neuartige Bohrgerät kann bis zu einer Wassertiefe von 2.000 Metern vom Forschungsschiff aus eingesetzt werden und mit unterschiedlichen Bohrverfahren bis zu 50 Meter lange Gesteins- oder Sedimentkerne gewinnen.

ie Beprobung des Meeresbodens ist Grundlage für eine vielfältige geologische, geochemische, geophysikalische und biologische Forschung im marinen Bereich. Bisherige Methoden der Beprobung sind in der Regel primitiv (Schwerelot, Kolbenlot) und erlauben nur die Gewinnung relativ kurzer Sedimentkerne ausschließlich in Lockersedimenten. Alternativ kann mit extrem hohem Aufwand ein Bohrschiff eingesetzt werden, das die Gewinnung von langen Kernen in Lockersedimenten und Festgestein erlaubt. Der zunehmende Bedarf an hochwertigen Kernen aus Lockersedimenten und Festgesteinen mit mittlerer Beprobungstiefe (ca. 50 m) in Wassertiefen zwischen 0 und 4.000 Metern kann mit diesen Methoden nicht gedeckt werden. Daher wurde mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Technologie und des Landes Bremen ein Meeresboden-Bohrgerät „MeBo“ entwickelt. MeBo ist von Standardforschungsschiffen aus einsetzbar, somit für die Forschung leicht verfügbar und kann hochwertige Kerne sowohl im Lockersediment als auch im Festgestein gewinnen.



Copyright: © wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH
Quelle: 12 - 2005 (Dezember 2005)
Seiten: 6
Preis inkl. MwSt.: € 4,00 Kostenlos für Premium Mitglieder
Autor: Dr. Tim Freudenthal
Prof. Dr. Reiner Homrighausen
Prof. Dr. Gerold Wefer
Hans-Otto Könnecker

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