Deponiebewirtschaftung aus Sicht der örE

Deponien sind weiterhin ein notwendiger Bestandteil der Entsorgungswirtschaft. Die Entsorgungssituation in Deutschland ist in Bezug auf mineralische Abfälle anhaltend angespannt. Eine Entspannung ist derzeit nicht in Sicht. Da die Menge an mineralischen Abfällen, insbesondere Bauabfällen, weiter zunimmt und sich die Zahl der Deponien nach wie vor verringert, wird bundesweit ein Deponienot-stand befürchtet.


Da Deponiekapazitäten der Deponieklasse I (DK I) in einzelnen Regionen Deutschlands kaum mehr vorhanden sind, müssen Abfälle teils über weite Strecken bis zur Deponierung transportiert werden.

Hinzu kommt, dass auch Deponien betriebswirtschaftlich arbeiten müssen und in den Ballungsräumen praktisch nicht neu errichtet werden können.

Für die Deponiebetreiber ist kaum abzuschätzen, wie sich die Abfallmengen in Zukunft entwickeln wer-den. Maßgebliche Faktoren sind hierbei die konjunkturelle Entwicklung – und die damit einhergehende Bautätigkeit – sowie die genaue Ausgestaltung der Mantelverordnung auf Bundesebene, die den künftigen Umfang der vorrangigen Verwertung mitbestimmen wird.

In dieser Legislaturperiode steht die Verabschiedung der Mantelverordnung an, welche die derzeit auf Bundesebene unterschiedlichen Regelungen für die Verwertung mineralischer Abfälle und den Einsatz von Ersatzbaustoffen und die Verwendung von Boden und bodenähnlichem Material vereinheitlichen soll. Laut Koalitionsvertrag soll die Verordnung ein hohes Schutzniveau für Mensch, Boden und Grundwasser gewährleisten und gleichzeitig Entsorgungsengpässe vermeiden. Bisher sieht es jedoch nach einer Höhergewichtung insbesondere des Boden- und Grundwasserschutzes durch die Stoffzuordnung zu den neuen Materialwerten aus. Damit einher geht eine deutliche Erhöhung des Drucks auf die Deponien. Dabei ist fraglich, welche konkrete Auswirkungen die Änderungen auf die Deponien haben werden. Zusätzliche Mengen, die aus bisherigen Verfüllungen zukünftig auf die Deponien umgeleitet würden, könnten insbesondere im Bauschuttbereich durch verstärkte Recyclingaktivitäten kompensiert werden. Voraussetzung hierfür ist die Ausweitung des Marktes für RC-Produkte.




Copyright: © Universität Stuttgart - ISWA
Quelle: Deponieforum 2019 (März 2019)
Seiten: 11
Preis inkl. MwSt.: € 0,00
Autor: Thomas Gambke
Dipl. Ing. Monika Kohler

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