Gibt es langfristig ein Nebeneinander kommunaler und privater Entsorgungswirtschaft?

Zur Entsorgungswirtschaft gehören die Abwasserwirtschaft und die Abfallwirtschaft. Im engeren Sinne wird häufig darunter aber nur der Bereich der Abfallentsorgung verstanden. Diese Beschränkung scheint auch unter dem Thema dieses Vortrags gerechtfertigt. Seit jeher gibt es nämlich bei der Abwasserentsorgung gestützt auf die nationalen und europaweiten rechtlichen Regelungen und politischen Zielsetzungen eine absolute Dominanz der öffentlichrechtlichen Strukturen. Bei der zentralen Abwasserentsorgung sind deshalb auch künftig zumindest in Deutschland einer Privatisierung sehr enge Grenzen gesetzt. Eine über den heutigen Umfang gemeinsamer kommunaler und privater Unternehmen in Form von PPPLösungen hinausgehende Einbindung privatwirtschaftlicher Aktivitäten kann es sicherlich geben. Aus kommunalpolitischen Erwägungen wird dabei aber stets eine herausragende Position des öffentlich-rechtlichen Partners vorauszusetzen sein.

Im Abwasserbereich hat es – abgesehen von der dezentralen Abwasserentsorgung auf privaten Grundstücken und bei der Entsorgung größerer Industriebetriebe mit direkter Einleitung in Oberflächengewässer – bisher kein Nebeneinander privater und kommunaler Entsorgungsaktivitäten gegeben. Man kann nur von einem Miteinander sprechen, wenn eine wasserrechtlich mögliche Beauftragung privater Dritter zur Durchführung der kommunalen Abwasserentsorgung zustande kommt, d.h. wenn Teilaufgaben z.B. bei der Klärschlammentsorgung durch private Unternehmen übernommen werden.



Copyright: © IWARU, FH Münster
Quelle: 9. Münsteraner Abfallwirtschaftstage (2005) (Mai 2005)
Seiten: 4
Preis inkl. MwSt.: € 2,00
Autor: Prof. Dr.-Ing. Max Dohmann

Artikel weiterleiten In den Warenkorb legen Artikel kommentieren


Diese Fachartikel könnten Sie auch interessieren:

Klärschlammverwertung im Einklang mit dem Bodenschutz
© TK Verlag - Fachverlag für Kreislaufwirtschaft (6/2001)
Die ordnungsgemäße und regelgerechte Sammlung, Ableitung und Behandlung der anfallenden Abwässer ist heute eine wesentliche Voraussetzung für unsere moderne Zivilisation. Das Land Nordrhein-Westfalen, die Kommunen, die Wasserverbände sowie die Industrie haben hierzu große Anstrengungen unternommen und Erfolge erzielt. Ziel der gemeinsamen Bemühungen ist es, die Gewässergüte in den nordrhein-westfälischen Fließgewässern in dem notwendigen Umfang noch weiter zu verbessern.

Verhalten endokrin wirksamer Substanzen im Klärschlamm
© TK Verlag - Fachverlag für Kreislaufwirtschaft (6/2001)
Endokrin wirksame Substanzen können das Hormonsystem von Lebewesen nachhaltig beeinflussen. Neben natürlich vorkommenden Hormonen in der Umwelt, wie etwa solche aus Pflanzen oder Pilzen, werden mittlerweile eine Vielzahl von Verbindungen in der aquatischen Umwelt nachgewiesen, die ebenfalls endokrin wirksam sind.

Klärschlammvermeidung in dezentralen Kleinkläranlagen
© TK Verlag - Fachverlag für Kreislaufwirtschaft (6/2001)
In Deutschland beträgt der Anschlussgrad an die öffentliche Kanalisation derzeit rund 92 % aller Haushalte [1]. Für die restlichen 8 %, die vorwiegend im ländlichen Raum zu finden sind, werden vor allem dezentrale Lösungen z.B. in Form von Kleinkläranlagen eingesetzt. Unter dem Begriff Kleinkläranlagen werden nach DIN 4261 alle Anlagen zur Behandlung und Einleitung des im Trennsystem erfassten häuslichen Abwassers aus einzelnen oder mehreren Gebäuden mit einem Schmutzwasserzufluss bis 8 m3/d zusammengefasst. Dies entspricht mit einem Wasserverbrauch von 150 L/(E*d) einem Einwohnergleichwert von 50 Personen. 1996 wurden in Deutschland in etwa 2,2 Millionen Kleinkläranlagen rund 9,5 % des häuslichen Abwassers gereinigt .

Aufbereitung von Klärschlämmen zu Sekundärbrennstoffen für Mono- und Mitverbrennung
© TK Verlag - Fachverlag für Kreislaufwirtschaft (6/2001)
Das Einzugsgebiet der Emschergenossenschaft in einer Größe von 865 km2 umfasst die Kernzone des rheinisch-westfälischen Industriegebietes mit den Großstädten von Dortmund bis Duisburg. Das anfallende Abwasser wird heute in vier Kläranlagen gereinigt und der anfallende Klärschlamm vor Ort ausgefault.

Klärschlammverwertung in Kohlekraftwerken
© TK Verlag - Fachverlag für Kreislaufwirtschaft (6/2001)
Kommunale Abwässer stammen aus Haushalten und aus Gewerbe- sowie Industriebetrieben. Liegt keine Trennkanalisation vor, so kommt das Regensammelwasser von Dächern und Verkehrsflächen noch hinzu. Ziel der Reinigung der kommunalen Abwässer in den Kläranlagen ist es, alle im Wasser enthaltenen Inhaltsstoffe, also nicht nur die Nährstoffe und mineralischen Anteile, sondern auch die anorganischen und organischen Schadstoffe so weit wie möglich als Klärschlamm abzutrennen.

Name:

Passwort:

 Angemeldet bleiben

Passwort vergessen?

Der ASK Wissenspool
 
Mit Klick auf die jüngste Ausgabe des Content -Partners zeigt sich das gesamte Angebot des Partners
 

Selbst Partner werden?
 
Dann interessiert Sie sicher das ASK win - win Prinzip:
 
ASK stellt kostenlos die Abwicklungs- und Marketingplattform - die Partner stellen den Content.
 
Umsätze werden im Verhältnis 30 zu 70 (70% für den Content Partner) geteilt.
 

Neu in ASK? Dann gleich registrieren und Vorteile nutzen...