Analyse von Abfällen unterschiedlich langer Ablagerungsdauer

Im Deponiebereich werden aktuell zwei Themen diskutiert. Zum einen stellt sich die Frage,wann eine Deponie aus der Nachsorge entlassen und mit welchen Maßnahmen dieNachsorgephase verkürzt werden kann. Zum anderen wird unter dem Stichwort „UrbanMining“ immer häufiger die Frage aufgeworfen, ob bestehende Deponien künftig alsRohstoffquellen genutzt werden können. In beiden Fällen ist die Beschaffenheit derabgelagerten Abfälle von entscheidender Bedeutung. Man kennt heute aus zahlreichenUntersuchungen zwar die Zusammensetzung und verschiedene Eigenschaften vonunbehandelt abgelagerten Siedlungsabfällen. Wie sich diese Abfälle aber nach einer Ablagerungsdauer von 20 oder 30 Jahren darstellen, ist weitaus weniger bekannt.

Die Beschaffenheit von mehrere Jahrzehnte altem Siedlungsabfall, der unbehandelt auf Deponien abgelagert wurde, ist von Interesse, wenn es um die Dauer der Nachsorgephase oder die Möglichkeit geht, Deponien als Rohstoffquellen zu nutzen. Auf der Deponie „Im Dienstfeld“ wurden 2011 im Rahmen einer Sanierungsmaßnahme mehrere Gruben bis zur Basisabdichtung ausgehoben. Die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf nutzte die Gelegenheit, den ausgehobenen Abfall, der eine Ablagerungsdauerzwischen 15 und 31 Jahren aufwies, näher zu analysieren. Die Untersuchungen umfassten eine Sortierung und Klassierung, die Bestimmung von Feuchtegehalt, Heizwert, Glühverlust, Elementaranalyse, Gasbildung in 21 Tagen sowie die Elution von Salzen und Schwermetallen. Es konnte bei keinem der untersuchten Parameter, wie ursprünglich erwartet, ein signifikanter Zusammenhang mit der Ablagerungsdauer nachgewiesen werden. Für dennoch relativ hohen Papieranteil wird der geringe Feuchteanteil des Abfalls verantwortlichgemacht. Das Gefahrenpotential durch Auslaugung erscheint gering. Weitere Untersuchungen, beispielsweise der Grobfraktion hinsichtlich Heizwert und Wertstoffen, wäre zu empfehlen.




Copyright: © LGA Bautechnik GmbH
Quelle: 23. Nürnberger Deponieseminar 2012 (April 2012)
Seiten: 13
Preis: € 5,00
Autor: Prof. Dr.-Ing. Gert Lautenschlager

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