Trisoplast in der Zwischen-/ Basisabdichtung – Erfahrungsbericht zur Planung, Genehmigung und Baudurchführung

Infolge der Neuordnung des Deponierechtes seit 2002 haben sich die Anforderungen an die Abfallwirtschaft und an die Deponietechnik stark geändert, so dass der Bedarf an Deponien der Klasse 1 immer stärker in den Focus der Entsorgungswirtschaft rückt. Diesem Umstand trägt die Entsorgungswirtschaft insoweit Rechnung, dass immer mehr Betreiber die Ertüchtigung oder auch die Neuanlage einer Deponie der Klasse 1 erwägen. Im folgenden Beitrag wird die in Deutschland erste Ertüchtigung einer bestehenden Deponie mit dem Abdichtungsmaterial Trisoplast in der Basis beschrieben

Bei dieser Maßnahme wurde Trisoplast zum ersten Mal in Deutschland als Basisdichtung einer Deponie der Klasse 1 eingebaut. Es zeigte sich im Genehmigungsverfahren, dass für Trisoplast bereits umfangreiche Untersuchungen und abgesicherte Erkenntnisse vorlagen, die bei anderen mineralischen Dichtungsmaterialien z. T. nicht einmal gefordert werden.

Der erstmalig in Deutschland durchgeführte Bau einer Basisdichtung mit Trisoplast erfolgte ohne größere oder außergewöhnliche Probleme. Hier konnte auf die umfangreichen Erfahrungen beim Bau von Oberflächenabdichtungen zurückgegriffen werden.

Die beim Einbau der Basisabdichtung gewonnenen Erfahrungen, sowie die beim Betrieb der Deponie durchzuführenden Kontrollarbeiten, ergaben und ergeben neue Erkenntnisse, die bei der künftigen Verwendung von Trisoplast einfließen können.

Weitere detaillierte Angaben können beim Verfasser gerne nachgefragt werden.

Durch die neuen DepV 2009 ist jedoch explizit eine „Erste Abdichtungskomponente“mit einer Mindestdicke von 0,50 m gefordert, wenn diese aus mineralischen Bestandteilen hergestellt wird. Damit ist der im Vortrag geschilderte Einbau von ausschließlich 10 cm Trisoplast z. Z., auf jeden Fall in Deutschland, nicht mehr möglich.

Liest man die DepV 2009, Anhang 1, Pkt. 2.2 jedoch genau ist der mehrlagige Einbau der mineralischen Komponenten gefordert. Dies könnte dann ggf. aus zwei unterschiedlichen mineralischen Materialien, mit Trisoplast als oberste Dichtungsschicht, mit der entsprechenden Dichtungswirkung, bestehen.

An die Fachbehörden und Gesetzgeber wird appelliert, die in der DepV 2009 gestellte Forderung der Mindestdicke von 0,50 cm zu überdenken, ggf. Ausnahmen zuzulassen, wenn „positive Materialerfahrungen“ vorliegen.

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Copyright: © LGA Bautechnik GmbH
Quelle: 22. Nürnberger Deponieseminar 2011 (Mai 2011)
Seiten: 19
Preis inkl. MwSt.: € 5,00
Autor: Dipl.-Ing. Thomas Reiter

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