Auswirkungen der TASi auf die Auslastung von Müllverbrennungsanlagen in Nordrhein-Westfalen

Ein gutes dreiviertel Jahr ist seit dem 01.06.2005 vergangen. Die große Katastrophe, der big bang, blieb (noch?) aus. Aber es knirschte und knarrte an einigen Stellen schon gewaltig. Vielleicht normal, bei solchen geänderten Rahmenbedingungen innerhalb einer Branche.

Aber es ist vermutlich auch das Resultat mangelnder Vorbereitung und vielleicht auch das Gottvertrauen in die Wankelmütigkeit der Politik. Doch dies half – glücklicherweise – dieses Mal nicht. Die Politiker blieben standhaft, hielten den Druck auf die private Entsorgungswirtschaft aufrecht. Die Rahmenbedingungen der Technischen Anleitung Siedlungsabfall bzw. Abfallablagerungsverordnung gelten auch weiterhin. Bei meinen Betrachtungen konzentriere ich mich auf Nordrhein-Westfalen und hier speziell auf die Kölner Region. Ich werde jedoch auch ein wenig über den eigenen Tellerrand hinaus blicken. Denn Abfall ist ein mobiles Gut, das vor Landesgrenzen keinen Halt macht, vor Bundesgrenzen unter bestimmten Voraussetzungen auch nicht. Hinzu kommt, dass die klassische Müllverbrennungsanlage inzwischen nur noch eine von mehreren Alternativen darstellt, den Abfall sicher zu entsorgen und ihm den energetischen Anteil zu entreißen. Ohne Müllverbrennungsanlagen geht nichts, ausschließlich mit Müllverbrennungsanlagen aber auch nicht.

Die Quintessenz des Vortrages lautet:

- Die Anlagen sind ausgelastet, auch bei den Kollegen, die bis vergangenes Jahr noch freie Kapazitäten reklamierten.
- Die Preise sind – endlich - auskömmlich.
- Wir sind derzeit zufrieden, nach Jahren völlig aus dem Takt geratener Marktbedingungen.
- Wir sehen zuversichtlich in die nächsten Jahre. Wir blicken auf ein aufregendes und turbulentes Jahr 2005 zurück.

Naturkatastrophen in Asien und Amerika hielten uns in Atem. Auch in unseren Breiten blieben wir nicht von bösen Überraschungen verschont. So sorgten im Münsterland in der Vorweihnachtszeit extreme Witterungsbedingungen für Stromausfälle, wie man sie sich für Deutschland gar nicht mehr hat vorstellen können. Etwas weniger dramatisch, aber nicht minder aufwühlend war das Jahr 2005 auch für die Abfallbranche. Hierzu zählte unter anderem die Verschiebung der Gewichte bei den Marktanteilen innerhalb der privaten Entsorgungswirtschaft. Der Konzentrationsprozess wird auch in diesem Jahr weiter anhalten. Aber die wohl größte Herausforderung war jedoch das Ende der Übergangsfrist der Technischen Anleitung Siedlungsabfall (TASi) am 31. Mai 2005.



Copyright: © Veranstaltergemeinschaft Bilitewski-Faulstich-Urban
Quelle: 11. Fachtagung thermische Abfallbehandlung (März 2006)
Seiten: 10
Preis: € 5,00
Autor: Dr Raman Saravanane

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