Experimentelle Bestimmung des Verbrennungsverhaltens von Abfällen

Im Zuge des zunehmenden Einsatzes von Ersatzbrennstoffen aus Abfall in unterschiedlichen Verbrennungsprozessen gewinnt die Bestimmung des Verbrennungsverhaltens der sehr unterschiedlichen Stoffe oder Stoffgemische, die unter dem Begriff Ersatzbrennstoff bzw. Sekundärbrennstoff zusammengefasst werden, stark an Bedeutung.

Das dazu die alleinige Betrachtung des Heizwertes keinesfalls ausreichend ist, wurde schon mehrfach diskutiert (Scholz, Beckmann, 1999; Kock, 2002). Eine wesentliche Brennstoffeigenschaft ergibt sich aus dem zeitlichen und energetischen Verhalten des Brennstoffs während des Verbrennungsprozesses.

Bei zunehmend optimierten Verbrennungsprozessen ist es für einen Anlagenbetreiber sehr wichtig zu wissen, ob ein potentieller Ersatzbrennstoff ein Verbrennungsverhalten aufweist, das von dem des Regelbrennstoffes, für den seine Anlage ausgelegt wurde, abweicht. Das Verbrennungsverhalten eines Brennstoffes kann im Prinzip unterteilt werden in
a. die Zündwilligkeit
b. die Stabilität der Verbrennung bzw. der Flammenbildung
c. die entstehende Verbrennungstemperatur
d. den Ausbrand des Brennstoffes.

Im wesentlichen wirkt sich das Verbrennungsverhalten auf das Temperaturprofil der Verbrennungsanlage aus. Abweichungen von den Auslegungstemperaturen können unterschiedliche Beeinträchtigungen des Anlagenbetriebes nach sich ziehen. So können erhöhte Temperaturen zu Flugaschenschmelzen führen und daraus resultierende stärkere Verschmutzungen der Heizflächen. Diese Verschmutzungen beeinträchtigen den Wärmeübergang und können die Korrosion begünstigen. Niedrigere Temperaturen können dagegen bei gleichbleibender Verweilzeit einen ungenügenden Ausbrand zur Konsequenz haben. Dauerhaft erhöhte Temperaturen und unvorhergesehene Temperaturspitzen bedingen extreme Materialbeanspruchungen und daraus resultierende Verkürzungen der Standzeiten. Und weicht das Verbrennungsverhalten extrem von dem Auslegungszustand ab, so kann es auch zu einer Überlastung und einem Ausfall der Feuerleistungsregelung kommen.



Copyright: © Veranstaltergemeinschaft Bilitewski-Faulstich-Urban
Quelle: 8. Fachtagung thermische Abfallbehandlung (März 2003)
Seiten: 12
Preis: € 6,00
Autor: Dipl. Ing. Hendrik Seeger
Dr. rer. nat. Olaf Kock
Univ.-Prof. Dr.-Ing. Arnd I. Urban

Artikel weiterleiten In den Warenkorb legen Artikel kommentieren


Diese Fachartikel könnten Sie auch interessieren:

bifa-Text Nr. 60: Leitfaden zur ökoeffizienten Verwertung von Bioabfällen
© bifa Umweltinstitut GmbH (7/2013)
Dieser Leitfaden ermöglicht einen schnellen Zugang in die vielschichtige Thematik der umweltbezogenen und ökonomischen Bewertung von Behandlungsverfahren für Bioabfall.

bifa-Text Nr. 57: Die Abfallwirtschaft im Jahr 2030 - Eine Szenarioanalyse nicht nur für Bayern
© bifa Umweltinstitut GmbH (5/2012)
In einer neuen Studie des bifa Umweltinstituts werden mögliche Entwicklungen der regionalen, nationalen und internationalen Rahmenbedingungen für die bayerische Abfallwirtschaft im Jahr 2030 dargestellt sowie deren Auswirkungen auf die Abfallwirtschaftsstrukturen und auf die Ökoeffizienz. Das Projekt wurde im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Gesundheit durchgeführt. Die Ergebnisse bieten auch anderen Behörden, Unternehmen und Verbänden in Deutschland eine Basis für die eigene Positionierung und Strategieentwicklung.

Aufbereitung von Abfällen
© TK Verlag - Fachverlag für Kreislaufwirtschaft (11/2004)
Aufbereitungstechnik wird für die Vorbehandlung von zahlreichen Abfallarten eingesetzt. Bei der mechanisch-biologischen Abfallbehandlung ist sie stets der erste Verfahrensschritt. Auch als Zwischenschritt bei mehrstufigen Vergärungsverfahren, zur Verbesserung der Deponiefähigkeit der gerotteten Fraktion sowie zur Konfektionierung des abgetrennten Ersatzbrennstoffs kann sie zur Erfüllung der Forderungen der Abnehmer notwendig werden.

Qualitätssicherungsmaßnahmen für Vorprodukte aus gemischten Abfallquellen vor der Aufbereitung - vorzugsweise mit optimierten Sortieraggregaten -
© TK Verlag - Fachverlag für Kreislaufwirtschaft (11/2004)
Ersatzbrennstoffe haben seit vielen Jahren einen festen Platz in der Energieversorgung energieintensiver Industrien. Vorzugsweise in Prozessen mit robusten Feuerungsanlagen, die vergleichsweise lange Verweilzeiten des Brennstoffs bei hohen Temperaturen gewährleisten, wurde frühzeitig das wirtschaftliche Potential heizwertreicher Abfälle erkannt.

Hochtemperaturkorrosion in chlorhaltiger Verbrennungsatmosphäre – Schutzkonzepte für metallische Werkstoffe –
© TK Verlag - Fachverlag für Kreislaufwirtschaft (4/2004)
Die Verbrennung von Hausmüll ist eine heutzutage unverzichtbare Methode, um einen Beitrag zur umweltgerechten Behandlung der in großen Mengen anfallenden Abfälle zu leisten.

Name:

Passwort:

 Angemeldet bleiben

Passwort vergessen?

Der ASK Wissenspool
 
Mit Klick auf die jüngste Ausgabe des Content -Partners zeigt sich das gesamte Angebot des Partners
 

Selbst Partner werden?
 
Dann interessiert Sie sicher das ASK win - win Prinzip:
 
ASK stellt kostenlos die Abwicklungs- und Marketingplattform - die Partner stellen den Content.
 
Umsätze werden im Verhältnis 30 zu 70 (70% für den Content Partner) geteilt.
 

Neu in ASK? Dann gleich registrieren und Vorteile nutzen...