Altholz in Deutschland–Mengen, Kosten, Wirtschaftlichkeit und Perspektiven

Das BMWi-geförderte Projekt Altholz – Quo Vadis? beschäftigt sich mit Optionen zum wirtschaftlichen Weiterbetrieb der Altholz(heiz)kraftwerke, sobald die Anlagen nicht mehr von der EEG-Vergütung profitieren und damit eine wichtige Säule der Wirtschaftlichkeit wegfällt. Innerhalb des Projektes werden relevante Einflussgrößen, wie Einschätzungen des Altholzmarktes, Übersicht zum Kraftwerkspark, wirtschaftliche Kenngrößen zum Kraftwerksbetrieb und zum Energiemarkt, behandelt, analysiert und ausgewertet. In einem zweiten Schritt werden die gewonnenen Erkenntnisse verschnitten mit den Marktoptionen. Daraus resultieren Handlungsoptionen für Politik und Kraftwerksbetreiber, die es abschließend zu bewerten gilt. Das Resultat mit entsprechenden Empfehlungen wird Mitte 2019 erwartet und veröffentlicht.

Die Bundesregierung hat mit der Verabschiedung der „Nationalen Politikstrategie Bioökonomie“ im Juli 2013 einen Weg hin zu einer modernen, nachhaltigen und biobasierten Wirtschaft beschritten. Die Nutzung von Biomasse soll dabei aus Effizienzgründen möglichst in einer Kaskadennutzung stattfinden2. Die energetische Nutzung erfolgt dabei erst, nachdem qualitative Aspekte bzw. Schadstoffanreicherungen eine stoffliche Nutzung nicht mehr möglich machen. Energetische Nutzungstechniken sind daher ein elementarer Bestandteil von Kaskadenprozessen und müssen somit in einer effizienten Form vorgehalten werden. Im Altholzbereich findet die energetische Nutzung in (Heiz-)Kraftwerken statt, deren Ausbau seit dem Jahr 2000 über EEG Anreize gefördert wurde. Ziel des Gesetzes war den Anteil der erneuerbaren Energien (EE) an der Stromerzeugung deutlich zu erhöhen (§ 1 EEG 2000). Die Nutzung der Biomasse – inklusive Altholz – stellte diesbezüglich ein bis dahin unzureichend erschlossenes Potenzial für eine klimaschonende Energieversorgung dar (Deutscher Bundestag 13.12.99, S. 9). Für die Einspeisung erneuerbaren Stroms wurden eine entsprechende Vergütung und das Recht zur vorrangigen Einspeisung festgelegt. Mit dieser Einspeisevergütung von aktuell durchschnittlich 92,84 €/MWhel (Quelle: BAV e. V. Marktintegrationsmodell für Altholzkraftwerke vom 12.11.2018, S. 1) sollte der rationelle Betrieb von optimierten Anlagen zur Erzeugung von erneuerbarem Strom wirtschaftlich ermöglicht werden, ohne die üblichen unternehmerischen Risiken der Anlagenbetreiber im Strommarkt zu übernehmen (Deutscher Bundestag 13.12.99, S. 7).



Copyright: © Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH
Quelle: 31. Abfall- und Ressourcenforum 2019 (April 2019)
Seiten: 14
Preis inkl. MwSt.: € 7,00
Autor: Prof. Dr. Frank Baur
Cornelia Vogler
Frank Scholl

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