Ressourcenstrategie Bundesstadt Bonn– Welchen Beitrag kann die Kommune leisten?

Die nachhaltige Industriegesellschaft benötigt in hohem Maße wirtschaftsstrategische Rohstoffe, sogenannte Critical Raw Materials (CRM). Langfristig wird die Rohstoffversorgung für die technischen Infrastrukturen auf Recyclingrohstoffen basieren. Das kommunale Dienstleistungsunternehmen bonnorange hat daher ein interdisziplinäres Team beauftragt, eine Ressourcenstrategie für Bonn zu erarbeiten. Im Mittelpunkt stand dabei die exemplarische Erarbeitung eines Handlungskonzepts zur Differenzierung und Weiterentwicklung der kommunalen Abfallsammlungen und Erstellung eines Maßnahmenkatalogs für öffentliche Verwaltungen. Dabei konnte gezeigt werden, dass Kommunen einen maßgeblichen Beitrag zur zukünftigen Rohstoffversorgung leisten können.

Die moderne Industriegesellschaft nutzt mittlerweile alle technisch einsetzbaren Elemente des Periodensystems bis hin zu den Seltenen Erden. Wegen der Endlichkeit der Rohstoffvorkommen sind diese möglichst zu recyceln. Bei einigen klassischen Metallen, wie Eisen, Kupfer und Aluminium, liegen die Recyclingraten weltweit über 50 Prozent. Bei etlichen wirtschaftsstrategischen Elementen, wie Tantal, Indium, Neodym usw., liegen die Recyclingraten jedoch noch bei unter einem Prozent. Da die derzeitigen Rohstoffpreise noch nicht die zukünftigen Rohstoffknappheiten widerspiegeln, fehlt oftmals der notwendige Einsparanreiz. Recycling muss sich zukünftig stärker auf wirklich endliche Ressourcen konzentrieren. Die derzeitige Abfallwirtschaft kann zweifelsohne große Erfolge vorweisen, etwa das etablierte Recycling von Papier, Pappe, Glas, Kunststoffen und einigen Basismetallen. Für die Zukunft der Industriegesellschaft ist jedoch essentiell, dass sämtliche wirklich endlichen, wirtschaftsstrategischen Rohstoffe, also High-Tech-Metalle und Seltene Erden sowie das nicht substituierbare Phosphor, hohe zweistellige Recyclingraten erfahren. Diese liegen, meistens noch unter einem Prozent Vielfach sind sogar entsprechende Recyclingtechniken vorhanden, jedoch fehlt es an weltweiten Sammel- und Aufbereitungssystemen, damit diese Recyclingtechniken auch im großen Stil zum Einsatz kommen können.

Weitere Autoren: Senta Schwaab, Jens van Helt, Henning Friege



Copyright: © Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH
Quelle: 31. Abfall- und Ressourcenforum 2019 (April 2019)
Seiten: 18
Preis inkl. MwSt.: € 9,00
Autor: Kornelia Hülter
Prof. Dr.-Ing. Martin Faulstich
Dr. Jochen Hoffmeister
Dr. Bärbel Birnstengel
Dr. Ewa Harlacz

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