Zero Waste – eine abfallwirtschaftliche Utopie?

Zero Waste – eine Gesellschaft völlig ohne Abfall – ist eine Utopie, die aktuell und in absehbarer Zeit nicht zu erreichen ist. Nur wenige Stoffströme (z. B. Glas, Metall) sind dauerhaft rezyklierbar. Viele andere Materialien – bekanntestes Beispiel ist das Papier – erfahren beim Recyclingprozess eine Qualitätsminderung, sodass früher oder später eine Ausschleusung und Entsorgung des Stoffstroms erfolgen muss. Zudem werden auch in Zukunft große Mengen gemischter Restabfälle anfallen, die stofflich nicht mehr nutzbar sind und der energetischen Verwertung zugeführt werden müssen. Alternative thermische Verfahren, die hochwertige Produkte aus dem Restabfall versprechen, konnten ihre Funktionalität in diesem Bereich bisher nicht nachweisen und sich daher nicht als Alternative zur MVA etablieren.

Die Antwort auf die im Titel gestellte Frage ist schnell gegeben: Ja, Zero Waste, also eine Gesellschaft völlig ohne Abfall, ist eine Utopie, die aktuell und in absehbarer Zeit nicht zu erreichen ist. Warum dies so ist, warum selbst die perfekte Mülltrennung hier nur begrenzt weiterhelfen kann und warum eine 100-prozentige Kreislaufführung gar nicht erstrebenswert ist, sollen die folgenden Zeilen erläutern. Zunächst wird der grundsätzliche Aufbau der Abfallwirtschaft skizziert, um vor diesem Hintergrund die Möglichkeiten und Grenzen zur Kreislaufführung und damit zur Abfallminimierung abzuleiten. Der Fokus dieses Beitrags liegt dabei auf den Siedlungsabfällen.



Copyright: © Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH
Quelle: 29. Kasseler Abfall- und Bioenergieforum (Mai 2017)
Seiten: 12
Preis inkl. MwSt.: € 6,00
Autor: Prof. Dr.-Ing. Peter Quicker

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