Treibhausgasbilanz verschiedener Pflanzenkohlenutzungspfade

Die Vermeidung weiterer Treibhausgase ist zur Sicherung der globalen Durchschnittstemperatur unabdingbar. Durch den Einsatz von pyrolysierter Biomasse in der Landwirtschaft als Bodenhilfsstoff oder als Co-Substrat in der Energieerzeugung ist dieses unter anderem möglich. So kann abhängig vom Nutzungspfad zwischen 555 kg CO2eq MgHolzhackschnitzel -1 und 1.384 kg CO2eq MgHolzhackschnitzel -1 eingespart werden. Die maßgeblichen Faktoren in der Landwirtschaft für eine positive Klimabilanz sind der stabile Kohlenstoffanteil, die energetische Nutzung der Synthesegase und die damit verbundene Verdrängung fossiler Energieträger. Die Co-Verbrennung der Pflanzenkohlen zeigt kurzfristig das höchste Minderungspotenzial, jedoch wird dadurch die Kohlendioxidkonzentration in der Atmosphäre nicht gesenkt.

Die Vermeidung des globalen Temperaturanstiegs und der damit einhergehende Umstieg auf eine kohlenstoffarme Energieerzeugung wird inzwischen auch auf breiter politischer Ebene unterstützt. Die Kohlenstoffdioxidkonzentration von 390 ppm nach IPCC (2011) in der Atmosphäre übersteigt heute schon die zur Sicherstellung der globalen Durchschnittstemperatur nötige von 350 ppm. Dieses verlangt nicht nur eine kohlenstoffärmere Lebensweise, sondern es müsste zukünftig auch aktiv Kohlenstoffdioxid aus der Atmosphäre gebunden werden. Dies kann durch Aufforstung, Erhöhung des organisch gebunden Kohlenstoffs im Boden oder durch die direkte Ausfilterung aus der Atmosphäre geschehen.
Eine vielversprechende Möglichkeit zur Erreichung dieser Ziele ist die Herstellung der sogenannten Pflanzenkohle. Wird hierzu Biomasse eingesetzt (vor allem bisher Ungenutzte) kann indirekt Kohlenstoffdioxid aus der Atmosphäre gefiltert und der darin gebundene Kohlenstoff in stabile Verbindungen überführt werden. Dies geschieht durch die Pyrolyseverfahren mit denen ein im Vergleich zum Ausgangsmaterial kohlenstoffreicheres Produkt erzeugt wird.
Die Entscheidung bezüglich ökologisch optimaler Prozessketten und Nutzungspfade erfordert eine qualitative und quantitative Umweltanalyse der Herstellung und Nutzung von Pflanzenkohle. Nachfolgend werden daher erste Ergebnisse des NSR INTERREG IVb Projektes „Biochar: Climate saving soils“ dargestellt, dass den Einsatz und die Potenziale von Pflanzenkohle in der Nordseeregion seit 2009 untersucht. Ein besonderer Schwerpunkt ist die Ermittlung des Potenzials in Deutschland.



Copyright: © Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH
Quelle: 25. Kasseler Abfall- und Bioenergieforum - 2013 (März 2013)
Seiten: 12
Preis inkl. MwSt.: € 6,00
Autor: Dipl.-Wi.-Ing. Jan-Markus Rödger
Jim Hammond
Prof. Dr.-Ing. Achim Loewen
Dr. Simon Shackley

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