Nachhaltiges Wirtschaften durch Kreislaufwirtschaft - Wo stehen wir – wo wollen wir hin?

25 Kasseler Abfall- und Bioenergieforen reflektieren eine dynamische Entwicklung der Abfallwirtschaft in Deutschland. Als 1990 das erste Forum stattfand, war das Abfallgesetz des Bundes gerade vier Jahre alt. Es brachte eine Pflicht zur Abfallvermeidung, den Vorrang der Abfallverwertung vor der Abfallbeseitigung, und es brachte die Produktverantwortung.

Bis dahin war es vor allem darum gegangen, für einen geordneten Umgang mit Abfällen zu sorgen. Nun rückte der Abfall als potenzieller Wertstoff in den Fokus. Es waren überquellende Deponien und in manchen Teilen Deutschlands Entsorgungsnotstände, die dazu führten, dass am Beispiel der Verpackungen mit der Idee der Produktverantwortung Ernst gemacht wurde. Das war zweifelsohne einer der Meilensteine auf dem Weg von der Abfallentsorgung zur Abfallwirtschaft. Mit dem Dualen System für Verpackungen begann 1991 eine flächendeckende getrennte Wertstofferfassung in ganz Deutschland, und es wurden Innovationen auf den Weg gebracht wie etwa die Entwicklung von Recyclingtechnologien für Kunststoffe und die Entwicklung der Sortiertechnologie, die weltweit Maßstäbe gesetzt haben.
Die Produktverantwortung ist heute Kern der europäischen Abfallpolitik. In der Wahrnehmung von außen fällt auf, dass es im Bereich der Produktverantwortung vielfach nur noch darum geht, gesetzlichen Pflichten möglichst kostengünstig nachzukommen. Da haben es alle diejenigen schwer, die innovative neue Entwicklungen anstoßen wollen, wenn damit höhere Kosten verbunden sind.
Das Jahr 1993 brachte die TA Siedlungsabfall und damit die Zielsetzung, binnen zwölf Jahren bis 2005 das Deponieren unbehandelter Siedlungsabfälle zu beenden. Das war eine weitere bedeutsame Zäsur, denn Abfälle auf Deponien waren Rohstoffe am falschen Platz. Zur Umsetzung der TA Siedlungsabfall entstanden in Deutschland viele neue Abfallverbrennungsanlagen mit einer Gesamtkapazität, die sich in den nächsten Jahren wohl als zu groß erweisen dürfte. Die Folge sind schon jetzt vielfach so niedrige Verbrennungspreise, dass daran teurere Recyclinglösungen scheitern



Copyright: © Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH
Quelle: 25. Kasseler Abfall- und Bioenergieforum - 2013 (März 2013)
Seiten: 7
Preis inkl. MwSt.: € 3,50
Autor: Eveline Lemke

Artikel weiterleiten In den Warenkorb legen Artikel kommentieren


Diese Fachartikel könnten Sie auch interessieren:

Neue bundesweite Hausmüllanalyse – Ergebnisse des UBA-Forschungsvorhabens
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (10/2021)
Durch den sukzessiven Ausbau der Getrennterfassungssysteme in den vergangenen Jahren konnte die Zuleitung von Wertstoffstoffen zur stofflichen Verwertung stetig gesteigert werden. Trotzdem verbleiben noch erhebliche Wertstoffpotenziale im Restabfall. Neben den trockenen Wertstoffen, wie z. B. Papier, Glas oder Kunststoffen, sind hier insbesondere die noch hohen Potenziale an nativ-organischen Abfällen zu nennen, die trotz einer vielfach flächendeckend eingeführten Biotonne noch im Restabfall verbleiben.

Sekundärrohstoffmärkte in kritischer Verfassung
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (10/2021)
Die Kreislaufwirtschaft erzielt in Deutschland aktuell einen Umsatz von etwa 76 Milliarden Euro (+ 1,1 % p. a.) und beschäftigt über 290.000 Erwerbstätige (+ 0,8 % p. a.). Die Sekundärrohstoffmärkte präsentieren sich inzwischen jedoch fast unisono in schwieriger Verfassung. Ein klares Marktbild kann sich aufgrund der zahlreichen politischen Unwägbarkeiten bis hin zum neuen Corona-Virus, die die wirtschaftliche Entwicklung immer stärker belasten, nicht entwickeln. Die Stimmung ist jedoch angespannt und von Unsicherheit geprägt. Unsere Prognose ist ernüchternd: Wir rechnen eher mit zunehmender Bewölkung als mit freundlichen Aussichten.

Entwicklung der Abfall- und Ressourcenwirtschaft in Asien – schneller und konsequenter als in Deutschland?
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (10/2021)
Die Abfall- und Recyclingwirtschaft in Deutschland leistet einen erheblichen Beitrag zur Lösung wichtiger Zukunftsaufgaben, wie Ressourcen- und Klimaschutz. Trotzdem ist anzumerken, dass wir nicht nur bei der „Energiewende“, sondern auch bei der „Rohstoffwende“ erst am Anfang eines langen Weges stehen. Von einer wirklichen Kreislaufwirtschaft sind wir auch in Deutschland noch sehr weit entfernt!

Recyclingquoten 2.0 – Was uns Quoten in der Kreislaufwirtschaft sagen
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (10/2021)
Die Kreislaufwirtschaft stellt einen wesentlichen Schritt in Richtung eines nachhaltigen und effizienten Umgangs mit Ressourcen dar. Als politische Zielvorgaben für die Bewirtschaftung von Abfällen im Sinne des Kreislaufgedankens haben sich Recyclingquoten etabliert

Reporting of food waste in the EU – Results of current estimates in Germany
© Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben (11/2020)
In February 2019, the German Federal Cabinet adopted the 'National Strategy for Reducing Food Waste', setting a framework for the future direction of this initiative. Among other things, it stipulated that an inter-ministerial "Indicator 12.3 Working Group" should prepare the data bases and methods for nationwide balancing of food waste generation (baseline). Based on existing 2015 data, this status quo analysis will be used as a starting point to agree on milestones for the respective sectors.

Name:

Passwort:

 Angemeldet bleiben

Passwort vergessen?

Der ASK Wissenspool
 
Mit Klick auf die jüngste Ausgabe des Content -Partners zeigt sich das gesamte Angebot des Partners
 

Selbst Partner werden?
 
Dann interessiert Sie sicher das ASK win - win Prinzip:
 
ASK stellt kostenlos die Abwicklungs- und Marketingplattform - die Partner stellen den Content.
 
Umsätze werden im Verhältnis 30 zu 70 (70% für den Content Partner) geteilt.
 

Neu in ASK? Dann gleich registrieren und Vorteile nutzen...