Chancen und Perspektiven für die kommunale Abfall- und Ressourcenwirtschaft: kommunale Unternehmen und Einrichtungen als Garanten ambitionierter Recyclingziele

„Die alte Abfallwirtschaft hat bloß dafür gesorgt, dass die Giftstoffe wegkommen, die neue Abfallwirtschaft ist eine Ressourcenwirtschaft, die dafür sorgt, dass wiederverwertbare Stoffe in den Kreislauf zurückgeführt werden.“ (Prof. Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker)

60 Kilogramm pro Einwohner und Jahr (kg/E*a) wollen die kommunalen Abfallwirtschaftsunternehmen zusätzlich an Wertstoffen in den Wirtschaftskreislauf zurückführen. Das entspricht einem Gesamtpotenzial von circa 4,8 Millionen Tonnen pro Jahr. Dieses ambitionierte Ziel hat der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) in seiner im Februar veröffentlichten Recyclingstrategie definiert. Ziel ist es, das Recyclingpotenzial aus Siedlungsabfällen bestmöglich und stoffstromspezifisch auszuschöpfen.
Mit dieser Strategie wollen die kommunalen Unternehmen einen Beitrag für ein nachhaltiges und ressourceneffizientes Europa leisten.
Dabei ist es wichtig zu entscheiden, welche Abfallfraktionen zukünftig im Fokus stehen. Hier sollten sich die Unternehmen nicht nur auf das Recycling von Kunststoff konzentrieren. Besonders Elektroschrott, Bio- und Grünabfälle sowie Altpapier bieten zusätzliche relevante Recyclingpotenziale, die ausgeschöpft werden müssen.
Der VKU schlägt für die wichtigsten Abfallarten konkrete Recyclingziele vor, die die kommunalen Entsorgungsunternehmen unter Berücksichtigung der lokalen Verhältnisse vor Ort erreichen wollen:
- Bio- und Grünabfälle: Kommunale Unternehmen erfassen aktuell 110 kg/E*a. Ziel ist es, die Sammelmenge um mindestens 20 kg/E*a auf 130 kg/E*a zu erhöhen.
- Altpapier: Aktuell werden 70 kg/E*a getrennt erfasst. Die Kommunen streben eine Erhöhung auf 90 kg/E*a an.
- Elektrogeräte: Aktuell erfassen die kommunalen Unternehmen 7,4 kg/E*a an Elektroaltgeräten. Das Ziel ist, die Sammelmenge auf durchschnittlich 10 kg/E*a
zu erhöhen.
- Alttextilien: Kommunale Entsorgungsunternehmen setzen sich das Ziel, künftig durchschnittlich 10 kg/E*a – auch in Kooperation mit gemeinnützigen Trägern –
getrennt zu erfassen, was eine Steigerung von 5 kg/E*a bedeutet.



Copyright: © Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH
Quelle: 25. Kasseler Abfall- und Bioenergieforum - 2013 (März 2013)
Seiten: 14
Preis inkl. MwSt.: € 7,00
Autor: Patrick Hasenkamp

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