Die Realität der Wertstofftonne aus kommunaler Sicht

Der Beitrag der geplanten Wertstofftonne zu einer ökologischen Kreislaufwirtschaft und zur Schonung der Rohstoffressourcen ist bei Betrachtung der erwarteten Stoffströme und der aktuellen Recyclingbilanz des „Grünen Punkts“ verschwindend gering. Sie rechtfertigt keine Abschaffung etablierter Sammelsysteme und weit reichende gesetzgeberische Maßnahmen. Auch die Vereinfachung für den Bürger ist eher zweifelhaft. Wenn überhaupt, sollte das künftige Entsorgungssystem möglichst einfach und transparent sein.

 Dazu kann das im Auftrag des VKU konkretisierte „kommunale Modell“ 4/C einen wesentlichen Beitrag leisten. Es ist sicher nichts Ungewöhnliches, dass bei politischen Projekten öffentliche Wahrnehmung und sachlicher Inhalt nicht immer deckungsgleich sind. Dieses Phänomen ist auch bei der „Wertstofftonne“ zu beobachten. Aus Sicht des Bürgers, der sich über die Medien informiert, stellt sich die Situation wie folgt dar: In Deutschland wird eine neue Tonne eingeführt, in die alle Wertstoffe geworfen werden können! Mit der Wertstofftonne beginnt das Recycling in Deutschland erst so richtig! Die Wertstofftonne leistet einen entscheidenden Beitrag zur Sicherung der Rohstoffbasis für die deutsche Wirtschaft! Die Wertstofftonne bedeutet eine große Vereinfachung bei der Abfalltrennung für den Bürger! Ist das nun alles Polit- und Verbandsprosa, oder welcher sachliche Gehalt verbirgt sich wirklich hinter dem Projekt?



Copyright: © Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH
Quelle: 24. Kasseler Abfall- und Bioenergieforum - 2012 (April 2012)
Seiten: 8
Preis inkl. MwSt.: € 4,00
Autor: Walter Hartwig

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