Seit einigen Jahren setzt sich die Erkenntnis durch, dass ein wirksamer Fischschutz an Wasserkraftanlagen mit physischen Barrieren, also Fischschutzrechen mit geringem und auf relevante Zielfischarten bemessenem Stababstand, erfolgreich sein kann. Konzepte, die allein auf Scheuchwirkung oder sonstige, reine Verhaltensbeeinflussung ausgelegt wurden, haben nach Auffassung der Autoren in der Praxis bisher nicht überzeugen können. Für den Einbau eines Fischschutzrechens existieren zwei Konzepte, die sich in ihrer Orientierung zur Strömung unterscheiden: Ein horizontal oder ein vertikal geneigter Rechen mit geringem lichten Stababstand (Angabe ≤ 20 mm), welche immer mit einem am Rechenende positionierten Abstiegsbypass kombiniert werden müssen.
Zur Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie sind Anstrengungen zum Fischschutz und -abstieg an bestehenden Wasserkraftanlagen erforderlich, meist mit dem Einbau von Schutzrechen und Bypässen. Für einen wirksamen Fischschutz und eine ausreichende Betriebssicherheit bieten sich Vertikal- und Horizontalrechen gleichermaßen als belegte praxistaugliche Konzepte an, deren Auswahl Gegenstand einer von den standörtlichen Bedingungen bestimmten Variantenanalyse ist. Entscheidend ist, welche Rechen orientierung sich am besten mit betrieblichen und sonstigen Anforderungen in Einklang bringen lässt.
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| Quelle: | Wasser und Abfall 09 (September 2024) | |
| Seiten: | 6 | |
| Preis inkl. MwSt.: | € 10,90 | |
| Autor: | Dr. Detlev Ingendahl Gersom Burghardt Dr. Simon Joscha Geist | |
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Automatisierte Erstellung digitaler Böschungsoberkanten und Gewässerrandstreifen
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Vorgestellt wird eine Methode zum Erstellen von digitalen Böschungsoberkanten und Gewässerrandstreifen, die auf digitalen Geländemodellen und Open-Source-GIS-Software basiert. Über die Verarbeitung von hochauflösenden DGM-Daten und der Ableitung eines Ersatzfließgewässernetzes wurden die Böschungsoberkanten identifiziert und mit Attributen wie Gefälleneigung und Qualitätsklassen versehen. Für den Freistaat Sachsen konnten so über 63.600 km Böschungsoberkanten mit differenzierten Qualitätsmerkmalen und Abstandsflächen identifiziert werden.
Maßnahmen zum Schutz von Fischpopulationen, ein ganzheitlicher Ansatz bei großen Wasserkraftanlagen am Inn
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Mit der Herstellung der Durchgängigkeit, der Renaturierung von Gewässerabschnitten, Sedimentmanagement sowie mit Investitionen in den Populationserhalt hat die Wasserkraftbranche einen Beitrag zur Verbesserung des ökologischen Zustands der Flüsse geleistet, die beim Inn bis 2027 Investitionen um 100. Mio. € bedeuten.
Ethohydraulische Untersuchungen zur Passierbarkeit des Wendelfischpasses
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Zur Bedeutung bioinspirierter Messtechnik in der Ethohydraulik
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Die Biberpopulation in Bayern hat sich im letzten Jahrzehnt mit geschätzten 25.000 Individuen hervorragend entwickelt. Der Biber ist mittlerweile in Bayern flächendeckend verbreitet. Nach den Aussagen der Biberberater sind mittlerweile fast alle in Bayern möglichen Biberreviere besiedelt. Die Kulturlandschaft bietet dem Biber ein gutes Nahrungsangebot, und auch in kleinen Fließgewässern ist festzustellen, dass einzelne Biberreviere erstaunlich kleinräumig sein können.
