Sandfangzäune als Nature-based Solution im Küstenschutz

Die jüngsten Sturmflutereignisse an der deutschen Nordseeküste im Januar und Februar dieses Jahres, der steigende Meeresspiegel infolge des Klimawandels sowie das wachsende Umweltbewusstsein der Bevölkerung zeigen die Notwendigkeit der fortwährenden Anpassung von Küstenschutzmaßnahmen. Diese sollen einerseits den Sturmflutereignissen standhalten, dabei andererseits möglichst naturnah gebaut werden. Dies stellt Küsteningenieurinnen und Küsteningenieure vor neue Herausforderungen und
zeigt den Bedarf zur Implementierung von Nature-based Solutions im Küstenschutz.

Küstendünen nehmen zahlreiche unterschiedliche Funktionen ein: sie stellen Habitate für Tierarten dar, haben eine hohe touristische Bedeutung und sind zudem ein integraler Bestandteil von Küstenschutzmaßnahmen, indem sie das tiefer liegende Hinterland bei Sturmfluten gegen Hochwasser schützen. Der Großteil der sandigen Küstengebiete erfährt Erosionen durch energetische Prozesse, die durch Wellen, Wind und Strömungen induziert werden (Bild 1). Es wird angenommen, dass sich diese Erosion aufgrund des fortschreitenden Klimawandels und des damit verbundenen Anstiegs des Meeresspiegels sowie der Zunahme von Sturmfluten beschleunigen wird [1]. Die Tatsache, dass etwa 33 % der Weltbevölkerung in einem Umkreis von 100 km zur Küste leben [2], zeigt die Wichtigkeit der Wiederherstellung und Erhaltung von Küstendünen [3]. Die Notwendigkeit, die Küstendünen als Küstenschutzmaßnahmen zuerhalten, erfährt daher immer mehr Bedeutung [4]. Der Bedarf an multidisziplinären Ansätzen zur Bewältigung der Herausforderungen des Küstenschutzes ist hoch, unter anderem aufgrund des wachsenden Umweltbewusstseins der Bevölkerung und des zunehmenden sozioökonomischen Drucks auf Küstengebiete. Bei der Umsetzung von Küsteninfrastrukturen könnenNature-based Solutions eine wirksame Erweiterung zu harten Ingenieurbauten wie Deichen, Deckwerken oder Wellenbrechern sein und gleichzeitig die Nutzung von natürlichen Ressourcen und natürlichen Prozessen unterstützen [5].In den letzten Dekaden haben sich Strand- und/oder Sandaufspülungen, die Anpflanzung von Vegetation sowie die Errichtung von Sandfangzäunen als wirksame Methode zur Unterstützung der natürlichen Dynamik von sandigen Küstendünen erwiesen. Strand und/oder Sandaufspülungen sind im Vergleich zur Errichtung von Sandfangzäunen sehr kostenintensiv. Natürliche Komponenten wie bspw. Vegetation sind generell harten Strukturen vorzuziehen. Da die Vegetation oft einige Zeit braucht, um sich zu etablieren, können Sandfangzäune von Vorteil sein, da diese direkt nach der Installation die Sedimentanlagerung am Sandfangzaun begünstigen. Speziell eine Kombination aus den genannten Küstenschutzmaßnahmen hat sich als effektiv erwiesen [6], [7], [8].



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasser und Abfall 04 (April 2022)
Seiten: 5
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: Christiane Eichmanns

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