Bonitur fester Bioabfälle

Die BGK hat eine Anleitung zur visuellen Beurteilung der Sortenreinheit fester Bioabfälle herausgegeben.

Bei der ‚Bonitur fester Bioabfälle‘ wird die qualitative Sortenreinheit einer Anlieferung von Bioabfällen anhand des erkennbaren Besatzes mit Fremdstoffen auf einer definierten Fläche visuell erfasst und mittels eines 5-teiligen Boniturschemas graduell bewertet.


Mit dieser Anleitung veröffentlicht die BGK bereits die vierte Methode zur Bestimmung von Fremdstoffgehalten in Bioabfällen. Um die Unterschiede und Zweckbestimmungen der jeweiligen Methoden zu verdeutlichen, hier ein kurzer Überblick:
  • Gebietsanalyse: Bei der Gebietsanalyse werden Art und Ausmaß des Fremdstoffbesatzes von Biotonneninhalten eines ganzen Entsorgungsgebietes im Jahresmittel in Gew.-% bestimmt. Hierzu wird in unterschiedlichen Teilgebieten eine repräsentative Anzahl bereitgestellter Biotonnen vor der Regelabfuhr erfasst und untersucht. Gebietsanalysen werden von kommunalen Entsorgungsträgern ausgeschrieben und von dafür geeigneten Untersuchungsstellen durchgeführt. Die Ergebnisse dienen als Planungsgrundlage oder werden im Zuge von Ausschreibungen der Bioabfallverwertung verwendet.
  • Chargenanalyse: Bei der Chargenanalyse werden Art und Ausmaß des Fremdstoffgehaltes einer Anlieferung (Charge) von nicht aufbereitetem Bioabfall (Teil 1)
    und aufbereiteten Bioabfall (Teil 2) in Gew.-% festgestellt. Hierzu wird eine repräsentative Menge Bioabfall entnommen und sortiert. Die Methode entspricht dem Methodenverweis der Bio-AbfV. Anlieferungen, die mehr als 3 % Fremdstoffe i. d. FM aufweisen, können gemäß § 2a Absatz 4 Satz 2 Nr. 1 Bio- AbfV abgewiesen werden. Chargenanalysen können von Bioabfallbehandlern in Eigenregie durchgeführt oder an geeignete Untersuchungsstellen beauftragt werden. Die Ergebnisse dienen z. B. dem Nachweis des Fremdstoffgehaltes gegenüber Vertragspartnern.



Copyright: © Bundesgütegemeinschaft Kompost e.V.
Quelle: Ausgabe 03 (Oktober 2022)
Seiten: 3
Preis inkl. MwSt.: € 1,50
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