Auswirkungen des Klimawandels auf Wasserbedarf und -dargebot

Diese Studie nutzt 70 Klima-Wasserhaushaltssimulationen auf der Ein-Kilometer-Skala unter zwei Klimaszenarien für Deutschland. Klimawandel führt zu länger anhaltenden Hitzeperioden, so dass Wasserbedarf und Spitzenwasserabgaben zukünftig steigen werden. Die Grundwasserneubildung nimmt mit zunehmender Erwärmung im Median in Deutschland zu. Während die Veränderungen im Klimaschutzszenario moderat sind und sich zur Mitte des Jahrhunderts stabilisieren, nehmen sowohl Grundwasserneubildung als auch Hitzeindikatoren im Weiter-so-wie-bisher-Szenario bis zum Ende des Jahrhunderts weiter zu.

1 Ausgangssituation

Der globale Klimawandel äußert sich bereits heute durch häufiger auftretende, stärkere und länger anhaltende Hitzewellen und Dürresituationen mit deutlich unterdurchschnittlichen Niederschlägen bei gleichzeitig erhöhter Verdunstung. Allein in den letzten 20 Jahren war Mitteleuropa sechs Mal von sommerlichen Hitze- und Dürreperioden betroffen. Vor allem die Jahre 2018 und 2019 waren ausgesprochene Dürre- und Hitzejahre, die von extremen Niedrigwasserabflüssen, fallenden Grundwasserständen und starker Austrocknung der Böden geprägt waren. Im Jahr 2018 wurden in Leipzig 36 Tage mit Temperaturen von mehr als 30 °C (Heiße Tage) gemessen - ungefähr viermal häufiger als langjährig (1961-1990) erwartet wird. Die Jahre 2018-2020 sind nach Daten des Deutschen Dürremonitors am UFZ[12] im Gesamtboden bis in eine Tiefe von ca. 180 cm unter den vier trockensten Jahren seit 1951. Gleichzeitig haben Starkniederschlagsereignisse wie 2021 in Rheinland-Pfalz und Nordhein-Westfalen neue Ausmaße mit mehr als 130 Todesopfernerreicht. Es herrscht breiter Konsens in der Wissenschaft, dass die Wahrscheinlichkeit von Extremwetterlagen auch zukünftig stark zunehmen wird [4]: Dürre und Niederschlagsdefizite oder Starkniederschläge werden in vielen Regionen Europas und Deutschlands deutlich häufiger und länger auftreten als in der Vergangenheit [9]. Selbst bei einer Erwärmung von 1,5 Gradmüssen die Auswirkungen des Klimawandels auf den Wasserhaushalt durch geeignete Maßnahmen abgefedert werden bzw.es muss eine technisch-regulative Anpassung erfolgen (z. B. [6], [10]).



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasserwirtschaft - Heft 11 (November 2021)
Seiten: 6
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: Andreas Marx
Friedrich Boeing
Oldrich Rakovec
Sebastian Müller
Özge Can

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