Bauwerkinspektion mit Sonar und Laserscan - Beispiel Talsperre Cranzahl

VRT hat für die LTV Sachsen eine Untersuchung der Talsperre Cranzahl durchgeführt, um den Zustand des Damms, des völlig unter Wasser liegenden Vordamms und des Staubeckens zu ermitteln. Dabei wurde ein kombiniertes Verfahren aus Multibeam-Sonar und Laserscan eingesetzt, um zunächst ein digitales Abbild des Untersuchungsareals zu erstellen. Im Anschluss wurden die Daten ausgewertet und das Ergebnis war, dass an Damm und Staubecken keine Schäden bzw. kritischen Auffälligkeiten festgestellt und der Zustand des Vordamms ermittelt werden konnten.

1 Veranlassung und Ausführung

Die Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen (LTV) wollte den Zustand der Talsperre Cranzahl ermitteln, die in der Nähe deutsch-tschechischen Grenze etwa 40 km südlich von Chemnitz liegt. Hauptanliegen bei der Untersuchung des Trinkwasserspeichers war dabei

  1. die Untersuchung des eigentlichen Damms sowohl über als auch unter Wasser (Bild 1),
  2. die Ermittlung des Zustandes des alten Vordamms (Bild 2), welcher komplett unter Wasser liegt, und
  3. die Zustandsermittlung des Staubeckens unter Wasser und der Einlassöffnung des Grundablassstollens.

Die Untersuchung wurde durch VRT mithilfe eines kombinierten Untersuchungsverfahrens, bestehend aus Multibeam-Sonar- und Laserscanvermessung, durchgeführt. Als Ergebnis wurde eine Punktwolke generiert, die in ein 3-D-Computermodell überführt wurde. Der Vorteil dieses Verfahrens ist die klare Objektvisualisierung für die LTV als Eigentümer, so dass dieser in der Lage ist, sich selbst ein Bild der untersuchten Struktur zu machen. Zusätzlich ist das Modell, welches aus Millionen von Messpunkten besteht, genauestens georeferenziert und erlaubt es, jeden einzelnen Punkt des Modells vor Ort genau mithilfe der GPS-Koordinaten wiederzufinden. So ist es einfach, eventuelle Schäden oder Auffälligkeiten, wie Auskolkungen oder Verformungen, genau zu lokalisieren. Dabei liegt die Auflösung der Vermessungspunkte im Unterwasserbereich bei etwa 2,5 cm Punktabstand und im Oberwasserbereich bei etwa 1 cm Abstand. Damit ist es möglich, alle größeren Schäden und strukturellen Auffälligkeiten am Bauwerk und im Sohlenbereich zu finden. Zudem ermöglicht die Erstellung eines digitalen Zwillings dem Struktureigentümer, sich selbst durch die Teile der Anlage zu bewegen, welche dem Auge unter Wasser sonst verborgen bleiben.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasserwirtschaft - Heft 09 (September 2020)
Seiten: 2
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: Frederik Müller-Braune

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