Kleine Wasserprojekte, große Wirkung

Mit Technik die Lebensbedingungen in Entwicklungsländern verbessern – das ist das Ziel des gemeinnützigen Vereins Technik ohne Grenzen (TeoG). Die meisten Mitglieder hat der Verein in Deutschland, aber auch in Afrika und Südamerika wächst die Zahl der Unterstützer. In diesem Jahr feiert TeoG sein zehnjähriges Jubiläum. Aus diesem Anlass veröffentlicht die WasserWirtschaft ein Porträt über die Projektarbeit des Vereins im Bereich Wasser und Abwasser.

Heute zählt Technik ohne Grenzen e. V. in Deutschland über 700 Mitglieder. Auch in Ghana, Brasilien, Uganda und Ruanda sind bereits Technology without Borders (TwB) Landesgesellschaften mit ca. 200 Mitgliedern entstanden. Der Begriff „Technik" im Vereinsnamen steht dafür, dass technikaffine Menschen jeder Berufsgruppe im Verein ihr zu Hause finden können. Rund 70 % der Mitglieder sind Studenten, da die Regionalgruppen in der Regel an Universitäten gegründet werden.

Alle Projekte des Vereins dienen dem Ziel, die Lebensbedingungen in Entwicklungsländern zu verbessern. Dies geschieht stets gemeinsam mit den Menschen vor Ort. Die Versorgung mit sauberem Wasser und die Behandlung von Abwasser ist ein zentrales Themenfeld, mit dem sich die Mitglieder von TeoG in verschiedenen Projekten beschäftigen.

In einem der ersten Wasserprojekte ließ TeoG einen Brunnen bohren und stellte über einen Hochbehälter den Dorfbewohnern Trinkwasser nach WHO-Standard zur Verfügung – ein Projekt, für das ca. 4 500 Euro an Spendenmitteln akquiriert werden mussten. Mittlerweile werden die Spenden mit dem alternativen Projektansatz der Brunnenregenerierung deutlich effizienter eingesetzt. Die Hebelwirkung liegt jetzt bei etwa 1 zu 10, da eine Regenerierung bestehender Brunnen lediglich um die 300 Euro kostet.

Regenerieren statt bohren

Häufig werden alte Brunnen aufgegeben, da ihre Förderleistung im Laufe der Zeit immer weiter sinkt, bis schließlich kein Wasser mehr geschöpft werden kann. Grund dafür sind Ablagerungen durch schwerlösliche Eisen- und Manganoxide sowie Kalk. Diese Ablagerungen setzen sich im Laufe der Zeit im Brunneninnenrohr – außerhalb der Rohrwand – in der Kiesschüttung sowie in der umgebenen Hydrogeologie ab und verstopfen die Kapillaren, die das Wasser an den Brunnen heranführen. Eine effiziente Methode ist die Auflösung dieser Ablagerungen in den Brunnen durch den Einsatz von Wessoclean. Wessoclean ist ein geläufiges Produkt in Pulverform zur Regenerierung von Brunnen und besteht laut Hersteller aus nachwachsenden Wirkstoffen (etwa zu 70 % aus Zitronensäure), die biologisch abbaubar und für Mensch und Umwelt unbedenklich sind.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasserwirtschaft - Heft 09 (September 2020)
Seiten: 2
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