Im Jahr 2019 hat das Oberbecken 2 des Pumpspeicherkraftwerks (PSW) Vianden eine neue Asphaltdichtung erhalten. Bei diesem Projekt kam ein neuartiges Sanierungskonzept zum Einsatz: Bei der Erneuerung des Dichtungssystem in der Böschung (ca. 100 000 m²) wurden die teilweise schadstoffbelasteten Altversiegelungen abgefräst und eine Zwischenschicht (mit dränierender und rissüberbrückender Wirkung) sowie Dichtungsschicht aufgebracht. Durch die segmentweise Kontrolle des Dichtungssystems kann Sickerwasser nun noch genauer lokalisiert werden.
Im Jahr 2017 wurde am Oberbecken 2 des PSW Vianden im Hinblick auf eine in 2019 geplante Entleerung eine Bestandsaufnahme und Lebensdauerprognose der ursprünglichen Asphaltdichtung durchgeführt. Mittels zerstörungsfreien (wie Begehungen mit detaillierten Bestandsaufnahmen) und zerstörungsbehafteten Prüfungen (wie Bohrkernuntersuchungen) wurde ein erweiterter Sanierungsbedarf festgestellt.Im Folgenden wurden mehrere Sanierungskonzepte für die Asphaltdichtung erarbeitet. Neben den üblichen technischen Anforderungen wurden seitens des Bauherrn weitere Anforderungen gestellt, die bei der Lösungsfindung zu berücksichtigen waren. Hierzu zählten insbesondere terminliche sowie wirtschaftliche Aspekte der Gesamtlösung. Weiterhin sollte das Sicherheitsniveau durch die Herstellung einer nahezu kontrollierten Dichtung weiter erhöht werden.
Sanierungskonzept
Das favorisierte Sanierungskonzept sah die weitgehende Nutzung der bestehenden Asphaltdichtung vor. In den Jahren 1970 bis 1995 wurden Versiegelungen aufgetragen, welche teilweise schadstoffbelastet waren. Diese wurden abgefräst und sachgerecht entsorgt. Darauf wurde eine 10 cm starke Asphaltzwischenschicht eingebaut. Diese erfüllt nicht nur die Funktion einer Dränschicht, sondern sie verfügt auch über eine rissüberbrückende Wirkung. So kann die Dauerhaftigkeit des Dichtungssystems erhöht werden, da Schäden aus dem Bestand keine bzw. mit großer Verzögerung Reflexionsrisse in der neuen (oberen) Dichtungsschicht verursachen können. Unterstützend wurde flächig eine Asphaltbewehrung eingebracht. Abschließend wurde eine mind. 8 cm starke Asphaltdichtungsschicht eingebaut und eine Mastixversiegelung aufgetragen.
| Copyright: | © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH | |
| Quelle: | Wasserwirtschaft - Heft 07/08 (August 2020) | |
| Seiten: | 2 | |
| Autor: | Sophie Charlotte Kuhlmann | |
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