Strategie für Gewässerrevitalisierungen in Baden-Württemberg

Die Landesstudie Gewässerökologie stellt ein Verfahren zur Identifizierung und Priorisierung von Maßnahmen bereit, um an den Gewässern die strukturellen Voraussetzungen für das Erreichen eines guten ökologischen Zustands bzw. Potenzials zu schaffen. Sie umfasst die Abgrenzung von Betrachtungsräumen, die Definition von Bausteinen des Strahlwirkungskonzepts für Baden-Württemberg unter anderem auf Grundlage der Gewässerstrukturkartierung sowie die Betrachtung der notwendigen strukturellen Mindestausstattung für die Fischfauna.


1 Landesstudie Gewässerökologie – Grundlagen zur Planung und Umsetzung von Strukturmaßnahmen an Gewässern I. Ordnung

Die Revitalisierung der Gewässer leistet einen wichtigen Beitrag zur Erreichung eines guten ökologischen Zustands bzw. Potenzials gemäß EG-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL). In Baden-Württemberg haben die Landesbetriebe Gewässer (LBG) die Aufgabe, an den landeseigenen Gewässern (im Folgenden als G. I. O. abgekürzt), Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässerstruktur umzusetzen. Die Geschäftsstelle Gewässerökologie (GS GÖ) beim Regierungspräsidium Tübingen übernimmt die landesweite Koordination. Mit der Landesstudie Gewässerökologie (LS GÖ) hat die Geschäftsstelle ein Verfahren entwickelt, mit dem diejenigen Maßnahmen der LBG identifiziert und priorisiert werden können, die mindestens erforderlich sind, um an den G. I. O. die strukturellen Voraussetzungen für das Erreichen eines guten ökologischen Zustands bzw. Potenzials gemäß WRRL zu schaffen. Die entwickelte Methodik soll - unter Berücksichtigung bereits bestehender Pläne und Planungen - durch die LBG auf den insgesamt ca. 2 700 km G. I. O. angewendet werden.

Die LS GÖ beantwortet folgende Kernfragen für Strukturmaßnahmen:

  • In welchem Umfang sind Maßnahmen an den G. I. O. in Baden-Württemberg erforderlich?
  • Wie sind effiziente Maßnahmen an den Gewässern räumlich anzuordnen?
  • Welche fachlichen Anforderungen sind bei der Planung zu berücksichtigen?

2 Planungs- und Bearbeitungsebenen

Die Planungsebene nach WRRL sind die Wasserkörper, bei den Fließgewässern werden diese Flusswasserkörper genannt. Die Flusswasserkörper wurden in Baden-Württemberg mit dem Ziel ausgewiesen, ökologisch funktionsfähige Lebensräume für heimische Arten herzustellen [1]. Flüsse werden in dem zugehörigen hydrologischen Einzugsgebiet betrachtet, d. h. zum Flusswasserkörper gehören neben dem Hauptgewässer (-abschnitt) mit seinen Nebengewässern auch die abflussliefernden Flächen.

Aufgrund ihrer übergeordneten Bedeutung wurden Ströme und große Flüsse (Rhein, Main, Neckar und Donau) vom zugehörigen Einzugsgebiet im letzten Schritt abgetrennt und als eigene Wasserkörper ausgewiesen.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasserwirtschaft - Heft 01 (Januar 2020)
Seiten: 4
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: Dipl.-Biochem. Johannes Reiss
Dr. Sandra Pennekamp
Dietmar Klopfer
Katja Fleckenstein
Ute Hellstern

Artikel weiterleiten In den Warenkorb legen Artikel kommentieren


Diese Fachartikel könnten Sie auch interessieren:

Die schwerwiegenden Folgen von Krieg und Umweltzerstörung für die öffentliche Trinkwasserversorgung der Stadt Pokrovsk in der Ukraine
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (11/2025)
Im Osten der Ukraine, vor allem in der von Krieg geprägten Region rund um die Stadt Pokrovsk, ist die Situation der öffentlichen Trinkwasserversorgung kritisch. Die bereits langanhaltenden militärischen Auseinandersetzungen verbunden mit industriellen Altlasten und mangelnder Wasserinfrastruktur verschärfen die Lage erheblich. Dieser Beitrag macht auf die Trinkwassersituation in der Region Pokrovsk, die als kennzeichnendes Beispiel für die Wasserproblematik in den ukrainischen Kriegsgebieten dienen soll, aufmerksam.

Die Schwallausgleichs-Kaverne beim Kraftwerk St. Anton an der Talfer
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (5/2025)
Das Kraftwerk St. Anton (Centrale idroelelettrica Sant’Antonio) liegt am Ausgang des Sarntales auf dem Gemeindegebiet von Ritten bei Bozen und wurde im Jahr 1952 vom Mailänder Unternehmen S. T. E. Trentina di Elettricità Spa errichtet. Ziel war es, eine zuverlässige Stromversorgung für die energieintensive Industrie in Norditalien, insbesondere in der Lombardei, sicherzustellen.

Herausforderungen in der Wasserwirtschaft bedürfen innovativer Lösungen
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (5/2025)
Wasser ist ein besonderes Gut. Es dient Menschen, Tieren und Pflanzen als Lebensgrundlage und ist nicht substituierbar. Obwohl Deutschland ein wasserreiches Land ist, ist die Wasserversorgung mit einer Reihe von Herausforderungen konfrontiert. So wird es aufgrund des Klimawandels in Zukunft häufiger regional und saisonal zu Wasserknappheiten kommen, die Nutzungskonflikte unter und zwischen privaten, gewerblichen und landwirtschaftlichen Verbrauchern befördern.

Ökonomische Bewertung von Ökosystemleistungen am Beispiel von Küsten und Meeren
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (4/2025)
Konzepte und Methoden werden vorgestellt, die eine Erfassung, eine physische Messung sowie monetäre Bewertung der Ökosysteme und ihrer Leistungen ermöglichen. Die Anwendung der ökonomischen Bewertung wird anhand von ausgewählten Fallbeispielen illustriert.

Das Schweizer Sicherheits- und Risikokonzept für Stauanlagen - ein Konzept für Deutschland?
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (3/2025)
Mit Einführung der DIN 19 700 (2004) vollzog sich ein Wandel der Sicherheitsphilosophie deutscher Stauanlagenvorschriften. Erstmals enthalten technische Stauanlagen- Regelwerke in Deutschland die Vorgabe, verbleibende Risiken infolge der Einwirkungen aus Hochwasser und Erdbeben bei Überschreiten der Werte für den Bemessungsfall 2 zu bewerten sowie ggf. durch technische und organisatorische Maßnahmen ausreichend zu reduzieren.

Name:

Passwort:

 Angemeldet bleiben

Passwort vergessen?

Der ASK Wissenspool
 
Mit Klick auf die jüngste Ausgabe des Content -Partners zeigt sich das gesamte Angebot des Partners
 

Selbst Partner werden?
 
Dann interessiert Sie sicher das ASK win - win Prinzip:
 
ASK stellt kostenlos die Abwicklungs- und Marketingplattform - die Partner stellen den Content.
 
Umsätze werden im Verhältnis 30 zu 70 (70% für den Content Partner) geteilt.
 

Neu in ASK? Dann gleich registrieren und Vorteile nutzen...