INTERVIEW - Zum Jahreswechsel 2019/2020 erfolgte ein Wechsel im Präsidentenamt des Deutschen Talsperrenkomitees e. V. (DTK) von Herrn Dr. Hans-Ulrich Sieber hin zu Prof. Dr. Dirk Carstensen. Aus diesem Anlass hat sich die WasserWirtschaft mit beiden Ende 2019 über das DTK und das deutsche Talsperrenwesen unterhalten.
WasserWirtschaft: Herr Sieber, Ihre doppelte Amtszeit als DTK-Präsident von sechs Jahren ging nun mit dem Jahr 2019 dem Ende zu. Was waren für Sie die Herausforderungen bei diesem Ehrenamt? Wie sehen Sie den DTK als Fachverband aufgestellt?
Hans-Ulrich Sieber: Zuerst möchte ich hier zum Ausdruck bringen, dass es für mich eine große Ehre gewesen ist, dem DTK von 2014 bis 2019 sechs Jahre lang als Präsident vorzustehen und damit das deutsche Talsperrenwesen national sowie international präsentieren zu dürfen. Ich bin dankbar, dass damit ein Stück weit auch erneut das im Osten Deutschlands gewachsene und vorhandene Know-how auf diesem Fachgebiet eine Würdigung erfahren hat. Die derzeit wieder öfter betonte verbliebene Spaltung zwischen Ost- und Westdeutschland hat hier in unserer Branche einfach nicht stattgefunden. Das habe ich ja auch schon in meinem Grußwort zum Talsperrensymposium 2019 deutlich gemacht.
Seit 1994 bin ich auf den Veranstaltungen der bereits 1928 gegründeten Internationalen Kommission für Große Talsperren (International Commission on Large Dams, ICOLD) regelmäßig präsent gewesen, bis 2016 als deutscher Vertreter im Dam Safety Committee von ICOLD. Das DTK ist seit 1931 das deutsche Mitglied von ICOLD und wurde ja ursprünglich eigens zu diesem Zweck gegründet. Insoweit ist die Vertretung bei ICOLD bzw. auf ICOLD-Veranstaltungen eine wichtige DTK-Aufgabe. Hier sah ich 2014 signifikanten Nachholbedarf, den es abzubauen galt. So ist es inzwischen gelungen, die Besetzung mit deutschen Fachkollegen/innen in den Technischen Komitees von ICOLD wesentlich zu verbessern und wieder mehr deutsche Vorträge auf den ICOLD-Veranstaltungen zu generieren, der DTK-Gemeinschaftsstand auf den Ausstellungen zu den ICOLD-Veranstaltungen ist zu einem beliebten Anlaufpunkt geworden.
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| Quelle: | Wasserwirtschaft - Heft 02/03 (März 2020) | |
| Seiten: | 6 | |
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