Vermessung aus der Luft – Drohnen als Messwerkzeuge in der Wasserwirtschaft

Drohnen sind in derzeit omnipräsent, nicht nur in der Medienberichterstattung, sondern auch auf Fachtagungen und bei Gesprächen unter Praktikern der Wasserwirtschaft. Die Einsatzmöglichkeiten dieser neuen Technologie in der Wasserwirtschaft sind vielfältig und gehen weit über einfache Schrägluftbilder hinaus. Der Artikel gibt zunächst einen kurzen Überblick über die theoretischen Grundlagen des Drohneneinsatzes. Daran anschließend wird anhand zweier Fallbeispiele gezeigt, welches Potenzial der professionelle Einsatz von Drohnen für die Wasserwirtschaft hat.

Bereits vor etwa 40 Jahren gab es erste Versuche, unbemannte Flugsysteme für Vermessungszwecke einzusetzen [1]. Doch erst die Weiterentwicklung der Technik hat in den letzten Jahren zu enormen Fortschritten bei der Geodatenerhebung aus der Luft geführt. Die Miniaturisierung aller verbauten Komponenten, die Entwicklung leistungsstarker elektrischer Antriebssysteme und nicht zuletzt die Weiterentwicklung der fernerkundlichen Auswerteverfahren sind hierfür ursächlich. Stellvertretend für diesen Bereich sei hier das Structure-from-Motion-Verfahren (SfM) in der Photogrammetrie genannt [2].

Auch Behörden und Ingenieurbüros in der Wasserwirtschaft profitieren von den vielfältigen sowie neuartigen Produkten und Anwendungen, die von auf Drohnenvermessung spezialisierten Dienstleistern angeboten werden. So können Drohnendaten beispielsweise in der Siedlungswasserwirtschaft genutzt werden, um aus bemannten Laserscan-Befliegungen erzeugte Daten punktuell zu ergänzen oder Versiegelungsgrade zu ermitteln [3].

Der große Vorteil der Erfassung der Daten aus der Luft liegt in der Möglichkeit zur flächenhaften und detaillierten Abbildung der Realität. Zudem können Geodaten schnell, ohne Störung des Betriebsablaufs sowie zeitlich und räumlich flexibler als mit vielen klassischen Verfahren erhoben werden.

Der zunehmende Einsatz dieser Technik erfordert eine klare gesetzliche Regelung, die der Bund im Jahr 2017 in Form der sogenannten Drohnenverordnung auf den Weg gebracht hat. Eine Harmonisierung der nationalen Regelungen durch die EU ist derzeit in Vorbereitung. Einerseits sind diese Vorgaben Voraussetzung für den rechtssicheren Einsatz von Drohnen, andererseits erschweren sie teilweise die effiziente und wirtschaftliche Nutzung der Technologie in konkreten Projekten.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasserwirtschaft - Heft 07 und 08 (August 2019)
Seiten: 4
Autor: Dr. Steffen Vogt
Dr. Johannes Schlesinger

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