Arbeitsablauf und Qualitätssicherung in einem Messdatenmanagementsystem

Unter einem Messdatenmanagementsystem (MDMS) versteht man ein System zur kontinuierlichen und dauerhaften Speicherung, Aufbereitung, Auswertung sowie Austausch von Mess- und Metadaten. Neben dem reinen Verwalten zeitbezogener Mess- und Metadaten stehen Werkzeuge zur Strukturierung und Verwaltung des Messnetzes, Fachverfahren zur Datenprüfung, -korrektur und Auswertung sowie zur Erzeugung benötigter Produkte, wie Grafiken und Berichte, zur Verfügung. Damit ist ein MDMS hervorragend für den Einsatz im Pegelwesen geeignet und unterstützt den gesamten Arbeitsablauf. Alle Mess- und Metadaten sind direkt erreichbar, können kontrolliert und korrigiert werden. So unterstützt ein MDMS den Anwender bei der Erstellung von Abflusskurven und Veränderungswerten.

In der Daseinsvorsorge und als Beitrag zur Beobachtung des Wasserhaushaltes liefert das Pegelwesen die Quantifizierung des Abflussregimes. Dazu werden an gewässerkundlich relevanten Stellen Pegel an Oberflächengewässern eingerichtet und betrieben. An den Pegeln werden kontinuierliche Messungen des Wasserstandes und öfter auch des Durchflusses erhoben [1].

Um verlässliche Aussagen über den Abfluss machen zu können, sind alltäglich folgende Aufgaben zu erfüllen:

  1. Prüfung und Korrektur der gemessenen Rohdaten,
  2. Durchführung von Abflussmessungen,
  3. Erstellung von Abflusskurven nach unterschiedlichen Verfahren, u. a. auch aus Querprofilvermessungen und hydraulischen Randbedingungen,
  4. Erstellung von Veränderungswerten,
  5. Berechnung von Abflüssen,
  6. Überprüfung der Abflüsse mit Nachbarpegeln.

Alle diese Informationen sind in einem MDMS gut strukturiert erreichbar und werden durch Metadaten, wie u. a. Ausstattung und Messsensorik der Messstelle, Einzuggebietsgröße und Pegelnullpunkt ergänzt.




Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasserwirtschaft - Heft 07 und 08 (August 2019)
Seiten: 4
Autor: Gerhard Langstädtler
Claudia Janßen

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