Planung und Umsetzung eines Hochwasserrückhaltebecken Verbundsystems

In diesem Beitrag stellen die Autoren ein Hochwasserrückhaltebecken-Verbundsystem vor, das im Zuge des Emscher-Umbaus als Meilensteinprojekt fungiert. Dabei wird ein besonderer Fokus auf die hydraulischen Nachweisführungen zur Überprüfung der Machbarkeit verschiedenster Variantenbetrachtungen im Spannungsfeld Baukosteneffizienz, Hochwassersicherheit, Hochwasser- und Naturschutz vor dem Hintergrund baubetrieblicher und ökologischer Belange gelegt. Die Ergebnisse werden zur Diskussion gestellt.

1 Einführung
Im Rahmen des Emscher-Umbaus, eines der größten WasserInfrastrukturprojekte Europas [1], wird aktuell in einer von der Montanindustrie ehemals geprägten Region u. a. der Hauptlauf Emscher von einem technisch ausgebauten Zustand zu einem ökologisch verbesserten Fluss durch die Emschergenossenschaft (EG) sukzessive umgestaltet. Die Rahmenbedingungen für dieses Generationenprojekt gibt hierzu der Masterplan EmscherZukunft [2] vor, der alle planerischen Überlegungen für den gesamten Emscherlauf von der Quelle bis zur Mündung, die  Einmündungen seiner Nebengewässer und die Trasse des Emscher-Abwasserkanals umfasst. Als wesentlichen Bestandteil des Masterplans sind für die wasserwirtschaftlichen Planungen zur Revitalisierung des Gewässersystems 20 ökologische Verbesserungen aus Sicht des Hochwasserschutzes und der Ökologie zur Umsetzung angedacht. Die im Bau befindlichen Hochwasserrückhaltebecken (HRB) Mengede und Ellinghausen mit einem im Hochwasserfall geplanten aktivierbaren Gesamtstauraum von 1,75 Mio. m³ spiegeln dabei zwei dieser ökologischen Schwerpunkte wider und sollen zur strukturellen Verbesserung des Emscher-Oberlaufes beitragen. Gemäß Planfeststellung sind die HRB so konzipiert, dass sie im Verbund zu steuern sind. Nach DIN 19 700-12 [3] ist das HRB Mengede als ein großes Becken und das HRB Ellinghausen als ein mittleres Becken zu klassifizieren. Die Verbundsteuerung der HRB verfolgt das Ziel, neben dem Hochwasserschutz für seltene Hochwasserereignisse auch eine Reduktion der Spitzenabflüsse für häufigere Ereignisse zu erreichen. Somit können durch die Retention positive Effekte für die ökologischen Potenziale der Emscher bewirkt werden.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasserwirtschaft - Heft 04 - 2019 (Mai 2019)
Seiten: 4
Preis: € 10,90
Autor: Dipl.-Ing. Marc Krüger
Dipl.-Hydrologe Georg Johann
Dipl.-Ing. Mechthild Semrau
Dipl.-Ing. Thorsten Bockholt

Artikel weiterleiten In den Warenkorb legen Artikel kommentieren


Diese Fachartikel könnten Sie auch interessieren:

Die Risikoanalyse im Starkregenrisikomanagement in Baden-Württemberg
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (12/2019)
Starkregenereignisse können große Schäden verursachen und sind zudem räumlich sowie zeitlich schwer vorhersagbar. Eine vorsorgende Betrachtung der potenziellen Risiken und des sich ergebenden Handlungsbedarfs ist daher grundlegend, um Risiken zu mindern sowie im Ereignisfall schnell und zielgerichtet handeln zu können. Mit dem Anhang 6 - Risikoanalyse - zum Leitfaden Kommunales Starkregenrisikomanagement in Baden-Württemberg wird Kommunen und Fachexperten eine praxisnahe Anleitung für die kommunale Risikoanalyse zur Verfügung gestellt.

Speicherpotenzial- und Standortanalyse für große Hochwasserrückhaltebecken
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (5/2019)
Ein Teil des Hochwasserschutz-Aktionsprogramms 2020plus des Freistaates Bayern besteht darin, die Potenziale für den Hochwasserrückhalt gezielt zu analysieren und wo sinnvoll und machbar verstärkt zu erschließen. Dazu gehören neben natürlichen Retentionsflächen auch technische Rückhaltemaßnahmen in Form von Hochwasserrückhaltebecken (HRB) und Flutpoldern. Nachfolgend wird eine Methodik erläutert, wie für das bayerische Einzugsgebiet des Mains Standorte für große, potenziell übergebietlich wirksame HRB identifiziert und bewertet wurden.

Hochwasser- und Starkregenrisikomanagement in Zeiten des Klimawandels
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (9/2018)
Die Wasserwirtschaft benötigt Lösungsansätze, mit denen flexibel auf neue Entwicklungen und Erkenntnisse reagiert werden kann.

Fischschonende Pumpen in Schöpfwerken
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (3/2018)
Siel- und Schöpfwerke liefern heute einen wesentlichen Beitrag zur Hochwassersicherheit. Sie sind diesbezüglich u. a. in küstennahen Bereichen von besonderer Bedeutung. Neben wasserwirtschaftlichen Belangen sind aufgrund entsprechender Richtlinien und Verordnungen inzwischen auch vermehrt ökologische Aspekte zu berücksichtigen, wenn Siel- und Schöpfwerke neu erstellt oder modernisiert werden müssen.

Multikriterielle Wirksamkeitsanalysen zum dezentralen Hochwasserschutz
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (11/2017)
Das ProNaHo-Entwicklungsvorhaben beinhaltet die standort- und ereignisabhängige prozessbasierte Modellierung natürlicher und dezentraler Hochwasserschutzmaßnahmen. Im Fokus stehen Kleinrückhaltebecken, Landnutzungsänderungen, Renaturierungsmaßnahmen und Biberdämme.

Name:

Passwort:

 Angemeldet bleiben

Passwort vergessen?

Der ASK Wissenspool
 
Mit Klick auf die jüngste Ausgabe des Content -Partners zeigt sich das gesamte Angebot des Partners
 

Selbst Partner werden?
 
Dann interessiert Sie sicher das ASK win - win Prinzip:
 
ASK stellt kostenlos die Abwicklungs- und Marketingplattform - die Partner stellen den Content.
 
Umsätze werden im Verhältnis 30 zu 70 (70% für den Content Partner) geteilt.
 

Neu in ASK? Dann gleich registrieren und Vorteile nutzen...