Dammabdichtung im Paradies – dauerhafte Untergrundabdichtung im Basalt

Der neue Bagatelle-Staudamm auf Mauritius liegt im Nordwesten der Insel auf ca. 400 m ü. NHN. Es handelt sich um einen dreigliedrig kombinierten Erd- und Steinschüttdamm mit Tonkern, der primär als Wasserspeicher dient. Im zentralen Bereich liegt das Betonbauwerk mit Entnahmebauwerk und Grundablass. Der Baugrund besteht aus Basalt in verschiedenen Verwitterungsgraden. Bauer erstellte unter dem Damm von unterschiedlichen Höhenniveaus eine dauerhafte, 2,4 km lange Schlitzdichtwand aus Erdbeton.

1 Der Bagatelle-Damm – gebaut auf Basalt


Das Reservoir des Bagatelle-Damms auf Mauritius liegt südöstlich der Hauptstadt Port Louis. Die Flüsse Terre Rouge und Cascade durchziehen das Gebiet, wobei der Terre Rouge direkt in das Reservoir fließt. Der Damm wurde geplant und errichtet, um das Regenwasser aus dem Hochland besser zu nutzen.


1.1 Geologie

Durch verschiedene vulkanische Aktivitäten entstand, beginnend vor ca. zehn Mio. Jahren, eine heterogene Wechsellage aus Basalt mit inzwischen unterschiedlichen Verwitterungsgraden. Der komplett verwitterte Basalt wird teilweise mehrfach durch leicht verwitterten bzw. frischen Basalt unter- oder überlagert. Je nach Verlauf der Eruptionen treten vertikale Verwerfungen auf, so dass kein klarer horizontaler Schichtenverlauf gegeben ist. In toniger Matrix sind teilweise große Felsblöcke eingelagert

.
1.2 Planung und Abdichtung des Untergrunds

Ziel war, eine wasserdichte Barriere im Fundament des Damms zu erstellen. Die Durchlässigkeit des Baugrunds ist nicht konstant. Verursacht wird dies durch den heterogenen Verwitterungsgrad des Basalts und die daraus resultierenden Unterschiede in der Korngrößenverteilung und im Porenvolumen. Dadurch besteht eine relativ hohe Wasserdurchlässigkeit mit unregelmäßiger Verteilung im Untergrund. Mit dem primär
gewählten Verfahren der Zementinjektion zur Herstellung eines Dichtschleiers konnte kein ausreichendes Abdichtungsergebnis nachgewiesen werden. Eine Umplanung erwies sich als unvermeidlich, so dass schließlich auf Empfehlung einer Expertenkommission eine Dichtwand aus Erdbeton als dauerhafte Barriere geplant und ausgeschrieben wurde. Folgende Maße für die Dichtwand waren vorgegeben: ¾¾ Gesamtlänge der Dichtwand 2,4 km ¾¾ Maximale Schlitztiefe zwischen 30 und 36 m ¾¾ Gesamtfläche ca. 56 000 m² ¾¾ Nominale Dicke der Dichtwand 800 mm Insgesamt musste etwa 20 000 m² harter Basalt durchörtert bzw. gelöst werden. Unterschiede im Abstand und in der Dichte von Trennflächen sowie der Cerchar-Abrasivitäts-Index (CAI) führten teilweise zu deutlich differenten Ausführungsleistungen. Das Dammprojekt wurde wie folgt eingeteilt: linker, zentraler und rechter Bereich (Bild 1).



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasserwirtschaft - Heft 04 - 2019 (Mai 2019)
Seiten: 4
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: Dipl.-Geol. Michael Baltruschat
Dr.-Ing. Karsten Beckhaus

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