Beispielhafter Wandel eines Baches – die Hache

Die Hache ist das erste Gewässer im niedersächsischen Fließgewässerprogramm, das wieder ökologisch durchgängig ist. Diese Tatsache prägt die Arbeit an der Hache bis heute und macht den norddeutschen Tieflandbach zu einem Gewässer, das für viele andere als Vorbild dienen kann. Ein Zustandsbericht.

Die Hache verläuft im niedersächsischen Landkreis Diepholz im Nordwestdeutschen Tiefland. Auf einer Länge von rund 32 km fließt sie durch verschiedene Naturräume und durchquert dabei die Städte und Gemeinden Bruchhausen-Vilsen, Bassum, Syke und Weyhe. Die Hache fließt gemeinsam mit dem Süstedter Bach als Ochtum weiter, die wiederum westlich von Bremen in die tidebeeinflusste Weser mündet. Für die Unterhaltung der Hache ist der Wasser- und Bodenverband Hache und Hombach (im Folgenden „der Verband“ genannt) zuständig, mit Ausnahme des untersten Kilometers vor der Einmündung in die Ochtum, der vom Mittelweserverband unterhalten wird. Laut Niedersächsischem Wassergesetz umfasst die Unterhaltung eines Gewässers die Sicherung des ordnungsgemäßen Abflusses sowie die Pflege und Entwicklung des Gewässers. Maßnahmen sind beispielsweise das Reinigen, Räumen und Freihalten des Gewässerbettes sowie des Ufers und die Erhaltung und Anpflanzung von typischen, standortgerechten Ufergehölzen. Von Beginn an und schon lange vor Bekanntmachung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (EU-WRRL) setzte sich der Verband zudem, zunächst gemeinsam mit dem Mittel weserverband, für die Renaturierung und Strukturverbesserung der Hache ein. Das erste große Ziel der Verbände war die Wieder herstellung der ökologischen Durchgängigkeit. Ökologische Durchgängigkeit bedeutet, dass das Gewässer auf ganzer Länge keine für die im Wasser lebenden Organismen unüberwindbaren Hindernisse wie Staustufen besitzt und der Sedimenttransport nicht beeinflusst wird. Wanderbewegungen sollten flussauf- und -abwärts durchgängig möglich sein, so wie zum Beispiel die Laichwanderung von Fischen und Neunaugen. Zudem bedeutet ökologisch durchgängig eine Vernetzung mit dem Gewässerumfeld und der Aue. Ist beides gegeben, bildet dies bei vielen Gewässern den Grundstein für ein funktionierendes Ökosystem und für eine naturnahe Entwicklung (Auswirkungen der fehlenden und neu geschaffenen  ökologischen Durchgängigkeit in der Hache).



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasser und Abfall 05 - 2019 (Mai 2019)
Seiten: 6
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: Nora Stoewer
Georg Kranefoed

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