Es wird zu wenig in Kreisläufen gedacht: Rückblick auf die Berliner Abfallwirtschafts- und Energiekonferenz 2018

Als die Tochter des 2016 verstorbenen Initiators und Begründers der Berliner Konferenzen, Prof. Karl J. Thomé-Kozmiensky, Elisabeth Thomé-Kozmiensky die Berliner Abfallwirtschafts- und Energiekonferenz 2018 eröffnete, konnte sie auf eine Rekordteilnehmerzahl von über 600 verweisen.

Foto: M. Boeckh (26.03.2018) Veranstaltet wurde der zweitägige Kongress vom TK Verlag gemeinsam mit Professor Dr.-Ing. Peter Quicker von der RWTH Aachen und Dr.-Ing. Alexander Gosten von den Berliner Stadtreinigungsbetrieben. Bei der Plenarveranstaltung am ersten Konferenztag wurden politische, rechtliche und strategische Vorträge gehalten und mit den Teilnehmern diskutiert.
Selten war eine Podiumsdiskussion derart kontrovers und leidenschaftlich wie in diesem Jahr. Prof. Dr. rer. nat. Michael Braungart (EPEA GmbH, Hamburg), Dipl.-Ing. Thomas Obermeier (DGAW), Eric Rehbock (bvse), Dipl.-Ing. Carsten Spohn (ITAD) stritten unter der Moderation von Prof. Quicker recht unterhaltsam über die richtige Strategie rund um das Thema Abfall, Recycling, Cradleto- Cradle und Müllvermeidung. Ministerialdirektor Dr. Helge Wendenburg, Abteilungsleiter beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) in Bonn hielt ein leidenschaftliches Plädoyer für eine verbesserte Ökodesign- Richtlinie und bemängelte, dass immer noch viel zu wenig in Kreisläufen gedacht würde. Komplexe Produkte müssten leichter zerlegbar sein – eine uralte Forderung, die gebetsmühlenartig auf jeder der Berliner Konferenzen geäußert wird, während die Produktvielfalt und Komplexität von Produkten und Stoffgemischen von Jahr zu Jahr größer wird. Es müssten auch im europäischen Ausland verbesserte Pfandsysteme eingeführt werden, meinte Wendenburg.
Zur Konferenz ist ein Buch („Energie aus Abfall“, Band 15, ISBN: 978-3-944310- 39-8) mit den Fachbeiträgen der Referenten mit einem Umfang von 883 Seiten erschienen. Es ist beim TK Verlag zum Preis von 100 Euro erhältlich. Die nächste Berliner Abfallwirtschafts- und Energiekonferenz findet am 28./29. Januar 2019 statt.

Unternehmen, Behörden + Verbände: TK Verlag, Neuruppin
Autorenhinweis: Martin Boeckh
Foto: M. Boeckh



Copyright: © Deutscher Fachverlag (DFV)
Quelle: Nr. 1 - März 2018 (März 2018)
Seiten: 1
Preis inkl. MwSt.: € 0,00
Autor: Martin Boeckh

Artikel weiterleiten Artikel kostenfrei anzeigen Artikel kommentieren


Diese Fachartikel könnten Sie auch interessieren:

Klimaschutz und Mobilität
© Rhombos Verlag (12/2016)
Ein Regulierungsvorschlag zeigt Ansätze, wie die Treibhausgas-Emissionen aus dem Verkehrssektor bis 2050 drastisch reduziert werden können

Greifswalder Stadtbusse fahren mit Bio-Erdgas – ein alternativer Antrieb mit Zukunft?
© wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH (12/2016)
Aktuell sind in Deutschland ca. 1.700 Busse mit Erdgas-Antrieb (CNG) im Einsatz. Als festes Mitglied im Klimaschutzbündnis Greifswald setzen auch die Stadtwerke Greifswald, als kommunales Unternehmen, im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) auf die momentan kostengünstigste Alternative zu herkömmlichen Kraftstoffen. Seit November 2016 werden 12 der insgesamt 16 Busse im Greifswalder Stadtgebiet mit Bio-Erdgas betrieben – zuvor waren es bereits sechs. Dabei spart jeder CNG-betriebene Stadtbus jährlich 54 Tonnen CO2 ein.

Methodische Defizite der Umweltbewertung im Bundesverkehrswegeplan 2030
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (10/2016)
Der Bundesverkehrswegeplan 2030 koordiniert alle Investitionen des Bundes in seine Verkehrswege. Zentrales Bewertungsinstrument für die Infrastrukturprojekte bleibt die Nutzen-Kosten-Analyse. Dabei werden aber nur wenige Umweltwirkungen erfasst. Vorhaben mit hohen negativen Umweltfolgen werden daher systematisch profitabler ausgewiesen, als sie es volkswirtschaftlich sind. Diese methodischen Defizite sollten durch eine umfassendere Berücksichtigung von Umweltwirkungen behoben werden.

Lückenschluss U5 in Berlin: Leitungs- und Spezialtiefbau entlang „Unter den Linden“
© wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH (8/2016)
Bei dem U-Bahn-Bauprojekt „Lückenschluss U5“ in Berlin sind die Zeiten der Tunnelvortriebsmaschine „Bärlinde“ inzwischen zwar vorbei, doch es geht spannend weiter: Für den Aushub der letzten Baugrube des Projekts im nordwestlichen Bereich der Museumsinsel rückten noch einmal die Spezialtiefbauer an, um Schlitzwände von über 17 m in den Boden einzubringen. Zuerst aber mussten zahlreiche Leitungen gesichert werden, um das Baufeld freizuräumen: Der hochfrequentierte Ort zwischen Deutschem Historischem Museum, Spreekanal und Berliner Dom erfordert nicht nur bürokratisches Feingefühl und Genauigkeit, sondern auch Kreativität bei der Umsetzung entsprechender Ingenieurleistungen.

Auch für Starkregen: Hohe Anforderungen an das Entwässerungssystem
© Deutscher Fachverlag (DFV) (7/2016)
Beim Bau eines Retentionsbeckens direkt unter der Einfahrt der Betriebsfeuerwehr auf dem Werksgelände von Roche in Penzberg waren die Anforderungen an die Entwässerungslösung sehr hoch: So muss sie bei geringer Überdeckung und erhöhten statischen Anforderungen zuverlässig funktionieren und eine Einsatzbereitschaft zu jeder Zeit garantieren.

Name:

Passwort:

 Angemeldet bleiben

Passwort vergessen?

Der ASK Wissenspool
 
Mit Klick auf die jüngste Ausgabe des Content -Partners zeigt sich das gesamte Angebot des Partners
 

Selbst Partner werden?
 
Dann interessiert Sie sicher das ASK win - win Prinzip:
 
ASK stellt kostenlos die Abwicklungs- und Marketingplattform - die Partner stellen den Content.
 
Umsätze werden im Verhältnis 30 zu 70 (70% für den Content Partner) geteilt.
 

Neu in ASK? Dann gleich registrieren und Vorteile nutzen...