Kreislaufwirtschaft 2018 – Viele Themen führen nach Kassel: Vorschau auf das 30. Kasseler Abfall- und Ressourcenforum

Quoten, Verpackungsgesetz, Gewerbeabfallverordnung, Düngerecht, Kompostqualität, MVA-Kapazitäten, Altholzmarkt, Fortschreibung Deponierecht – die Anforderungen steigen weiter. Vom 10. bis 12. April 2018 veranstaltet das Witzenhausen-Institut das 30. Kasseler Abfall- und Ressourcenforum erstmalig in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft Stoffspezifische Abfallbehandlung (ASA e.V.). Wie in den vergangenen Jahren werden zur Jubiläumsveranstaltung rund 850 Teilnehmer sowie circa 60 Fachaussteller in Kassel erwartet.

Foto: M. Boeckh (26.03.2018) Zentrales Thema der Veranstaltung ist die weitere Umsetzung einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft im Spannungsfeld steigender rechtlicher Anforderungen und Preise. Am 01.01.2019 tritt das Verpackungsgesetz in Kraft, und viele Fragen sind noch offen. Insbesondere die Themen PPK-Mitbenutzung, Abstimmungsvereinbarung und Ausschreibungsführerschaften warten weiter auf eine Klärung. Das Scheitern der Bestrebungen von VKU und Systembetreibern, eine gemeinsame Studie zur Ermittlung von Masse- und Volumenanteilen bei PPK-Verpackungen durchzuführen, gibt erst einmal wenig Hoffnung für eine notwendige konsensuelle Lösung. Ebenfalls offen ist, wann die dualen Systeme die Ausschreibungsführerschaften für die diesjährige Ausschreibungsrunde auslosen, sodass auch auf kommunaler Ebene schlichtweg der Ansprechpartner fehlt. Ganz zu schweigen von der Frage, wie eigentlich die hochwertige Kunststoffverwertung mit einer Steigerung der Recyclingquoten von heute 36 Prozent auf 63 Prozent erreicht werden soll. Auch wenn die Menge an Verpackungskunststoffen, die nach China exportiert wurde, vergleichsweise gering war, wird dies sowohl von der privaten als auch der kommunalen Entsorgungswirtschaft als Chance verstanden, mehr in Richtung Kreislaufwirtschaft zu bewegen, aber die Messlatte ist hoch. Neben den Fragen der Verpackungsverwertung ist die Perspektive der Kompostverwertung ebenfalls zentrales Thema der Veranstaltung.
Seit der Novellierung des Düngerechts herrscht große Unsicherheit über die Perspektiven der Kompostvermarktung in der Landwirtschaft. Aus Sicht der Landwirtschaft heißt es „Gülle first“, sodass sich die Verwerter von Komposten hinten anstellen müssen, was teilweise schon zu erheblichen Verwertungsengpässen geführt hat. Zudem ist davon auszugehen, dass dies auch zu steigenden Preisen in der Bioabfallbranche führen wird. Neben den erschwerten düngerechtlichen Anforderungen werden zunehmend auch die Fremdstoffe im Bioabfall zum Problem, insbesondere die Kunststoffe.
Auch dadurch ist mit deutlichen Kostensteigerungen zu rechnen. Interessant ist, dass in Österreich, in der Schweiz und in Italien unterschiedliche Lösungsansätze zur Verringerung der Fremdstoffproblematik propagiert werden. Kapazitäten, Preise, aber auch der abfallwirtschaftliche Vollzug bestimmen maßgeblich den Lauf der Abfallströme. Wie ist die Auslastung der Müllverbrennungsanlagen in Deutschland? Was passiert mit den Alt-holzkraftwerken nach dem EEG? Wohin entwickelt sich der Markt für Siebüberläufe? Wie gehen wir mit der Gewerbeabfallverordnung um? Wo stehen wir im Vergleich zu anderen? Wohin geht die abfallwirtschaftliche Reise? Dies sind nur einige der spannenden Fragen, die auch in diesem Jahr von über 60 namhaften Referenten aus Politik, Wissenschaft, kommunaler und privater Abfallwirtschaft sowie von Verbänden präsentiert und diskutiert werden.
Kassel wird wieder Treffpunkt und Diskussionsforum für aktuelle Themen der Kreislaufwirtschaft sein. Tagungsprogramm, Anmeldung und weitere Informationen zur Veranstaltung sind online verfügbar.

Unternehmen, Behörden + Verbände: Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH
Autorenhinweis: Dr. Michael Kern, Witzenhausen-Institut
Foto: M. Boeckh



Copyright: © Deutscher Fachverlag (DFV)
Quelle: Nr. 1 - März 2018 (März 2018)
Seiten: 2
Preis inkl. MwSt.: € 0,00
Autor: Dr.-Ing. Michael Kern

Artikel weiterleiten Artikel kostenfrei anzeigen Artikel kommentieren


Diese Fachartikel könnten Sie auch interessieren:

Synergien, Zielkonflikte und Lösungsansätze zwischen Moorwiedervernässung und Wasserwirtschaft
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (8/2025)
Die Notwendigkeit der Moorwiedervernässung für Klima-, Boden-, Natur- und Gewässerschutz ist unbestritten. In der Umsetzungspraxis treten fachlich-rechtliche Konflikte auf, vor allem in den Feldern Naturschutz und Wasserwirtschaft. Dies wird im Sinne von Konflikt- und Synergiepotenzialen und im Hinblick auf mögliche Lösungen beleuchtet.

Projektverbund ForCYCLE II zur Steigerung der Ressourceneffizienz in der bayerischen Wirtschaft
© Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben (12/2024)
Ziel des Projektverbundes ForCYCLE II zur Steigerung der Ressourceneffizienz in der bayerischen Wirtschaft war die Entwicklung von Lösungsansätzen und Technologien im Bereich der Ressourceneffizienz und der Kreislaufwirtschaft, insbesondere für KMU und Handwerksbetriebe.

Viable recycling approaches to electrolyser stacks
© Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben (12/2024)
To ensure the sustainable use of the world's limited resources, it is essential to integrate principles of circularity into every new technology or product development. The ReCycle project deals with the reduction of environmental impact and related recycling capabilities (of hydrogen technologies) and aims to apply these circularity principles to technologies within the hydrogen value chain.

Bestimmung der PFAS-Belastung in zwei Nationalparks sowie deren Akkumulation in Pflanzenproben
© Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben (12/2024)
Mit der Aufnahme von per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) in diverse Umweltregularien (Bundesabfallwirtschaftsplan, Wasserrahmenrichtlinie, Trinkwasserverordnung) ergeben sich eine Reihe neuer Herausforderungen hinsichtlich Analytik, Bewertung und Berücksichtigung von Hintergrundwerten (Bundesministerium für Klimaschutz, 2023), (Richtlinie 2000/60/EG, 2000), (BGBl. II Nr. 304/2001, 2024).

Zweckbestimmung von Biozidprodukten
© Lexxion Verlagsgesellschaft mbH (11/2024)
Art. 3 Abs. 1 Buchst. a der Verordnung (EU) 528/2012 (im Folgenden: BPR) bestimmt, wann ein Stoff oder Gemisch als Biozidprodukt einzuordnen ist. So müssen für eine entsprechende Einstufung kumulativ zumindest drei Voraussetzungen erfüllt sein.

Name:

Passwort:

 Angemeldet bleiben

Passwort vergessen?

Der ASK Wissenspool
 
Mit Klick auf die jüngste Ausgabe des Content -Partners zeigt sich das gesamte Angebot des Partners
 

Selbst Partner werden?
 
Dann interessiert Sie sicher das ASK win - win Prinzip:
 
ASK stellt kostenlos die Abwicklungs- und Marketingplattform - die Partner stellen den Content.
 
Umsätze werden im Verhältnis 30 zu 70 (70% für den Content Partner) geteilt.
 

Neu in ASK? Dann gleich registrieren und Vorteile nutzen...