Digitales ‚Großreinemachen’: Die Stadtreinigung Hamburg führte ein elektronisches Zeiterfassungssystem ein

Die Digitalisierung schreitet unaufhaltsam voran, und sie macht auch vor der Abfallwirtschaft nicht halt: Hamburgs größter Dienstleister im Bereich Abfall- und Ressourcenwirtschaft, die Stadtreinigung Hamburg (SRH), rüstete auf ein SAP-Zeitwirtschaftssystem um. Auch die Personaleinsatzplanung wurde digitalisiert, und zudem wurden alle Mitarbeiter in ein ESS- bzw. MSS-System eingebunden.

Foto: Stadtreinigung Hamburg (21.03.2017) Waren es bis vor einigen Jahren noch hauptsächlich IT-Unternehmen, Finanzdienstleister und Versicherungen, die auf eine elektronische Mitarbeiterselbstverwaltung setzten, so führen mittlerweile auch immer mehr Industrie- und Logistikkonzerne ESS- und MSS-Systeme (ESS: Employee Self-Services, MSS: Manager Self-Services) ein. Die Vorteile liegen auf der Hand: Wenn Mitarbeiter und Führungskräfte Zugang zu Personaldaten haben, sind viele zeitraubende Vorgänge – wie etwa das Managen von Urlaubsanträgen oder das Ändern von Adressen und Telefonnummern – nicht mehr zwingend Sache der Personalabteilung. Diese wird entlastet, das Arbeitsleistungsvolumen wächst. Außerdem wird Papier eingespart.
Davon war auch die Hamburger Stadtreinigung (SRH) überzeugt. Als Anstalt des Öffentlichen Rechts hat das Unternehmen im Jahr 2015 insgesamt rund 332 Mio. Euro Umsatz generiert. Zum Full-Service-Portfolio der SRH zählen die Müllabfuhr und Wertstoffsammlung, die Straßenreinigung, die Sperrmüllabfuhr, der Winterdienst und der Betrieb von Recyclinghöfen und Müllverbrennungsanlagen. Der Startschuss für das Projekt ‚Umstellung auf elektronische Zeiterfassung’ war in der SRH eigentlich schon im Jahr 2008 gefallen, eine schnelle Umsetzung war damals allerdings am Veto des Personalrats gescheitert. „Dass Personal- und Betriebsräte einer elektronischen Zeiterfassung erst einmal kritisch gegenüberstehen, erleben wir sehr oft“, erklärt Andreas Blumendorf, Geschäftsführer des SAP-HCM-Spezialisten consodalis, der die SRH heute bei dem Projekt unterstützt. „Zum einen befürchten sie eine totale Kontrolle der Angestellten, zum anderen möchten sie vermeiden, dass Mitarbeiter aus Sorge um ihren Zeitstatus unnötig lange am Schreibtisch sitzen bleiben. Aber eine elektronische Zeiterfassung ist für die Mitarbeiter eher von Vorteil als von Nachteil: Schon kleinste Überstunden-Zeiten werden präzise erfasst, der monetäre Wert der geleisteten Arbeitszeit ist für den einzelnen Mitarbeiter viel besser erkennbar.“...
Unternehmen, Behörden + Verbände: Stadtreinigung Hamburg; consodalis GmbH (Ahrensburg)
Autorenhinweis: Jaqueline Schoof, Düsseldorf
Foto: Stadtreinigung Hamburg



Copyright: © Deutscher Fachverlag (DFV)
Quelle: Nr. 1 - März 2017 (März 2017)
Seiten: 2
Autor: Jaqueline Schoof

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