Alles ziemlich diffus: Anthropogene Spurenstoffe im Abwasser sind nur ungenügend erforscht

Der Begriff ‚Vierte Reinigungsstufe’ hat sich im abwassertechnischen Sprachgebrauch etabliert. Damit werden Klärprozesse bezeichnet, die weitergehende Abwasserreinigungen hinsichtlich anthropogener Spurenstoffe darstellen. Erst durch die in den letzten Jahren erreichte deutliche Verbesserung der chemischen Analytik sind die Konzentrationen dieser Stoffe im Wasserkreislauf exakt quantifizierbar geworden.

Foto: Wasserverband Eifel-Rur(21.03.2017) Anthropogene Substanzen, also Stoffe, die durch menschliches Handeln in die Umwelt und damit auch ins Wasser gelangen, kommen sehr vielfältig und zum Teil in äußerst niedrigen Konzentrationen vor. Im Wasserkreislauf finden sich anthropogene Spurenstoffe aus Industriechemikalien, Haushaltschemikalien, Körperpflegemittel, Humanpharmaka, Veterinärpharmaka, Biozide und Pestizide. Problematisch ist, dass die humantoxischen und auch die ökotoxischen Wirkungen dieser Spurenstoffe noch nicht gänzlich aufgeklärt sind. Daher werden derzeit in umfänglichen Untersuchungs- und Forschungsvorhaben entsprechende Risikobetrachtungen für Natur und Mensch vorgenommen.
Die anthropogenen Spurenstoffe entstammen sowohl diffusen Quellen wie Verkehrswegen, Tierhaltungen und Pflanzenschutz als auch punktförmigen Quellen, wie kommunalen und industriellen Kläranlagen. Obwohl die verschiedenen Eintragspfade in die Gewässer bekannt sind, wurden bisher kaum Eintragsbilanzen oder gar Eintragskataster zur Erfassung der Stoffströme aufgestellt. Ein strategischer Ansatz zur Minderung der anthropogenen Spurenstoffe im Wasserkreislauf können quellenorientierte Maßnahmen wie Eintragsverbote oder Anwendungsbeschränkungen sein, oder auch die Substitution und Entwicklung von harmloseren Ersatzstoffen...

Unternehmen, Behörden + Verbände: Wasserverband Eifel-Rur (Düren)
Autorenhinweis: Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Firk (Düren)
Foto: Wasserverband Eifel-Rur



Copyright: © Deutscher Fachverlag (DFV)
Quelle: Nr. 1 - März 2017 (März 2017)
Seiten: 2
Autor: Prof. Dr. Wolfgang Firk

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