Erneuerung der Stauhöhenerfassung an der Hennetalsperre

An der Hennetalsperre wurde der Stauspiegel bisher mit einem Druckluftpegel erfasst. Bei Tiefbauarbeiten an der Dammkrone wurden die Zuleitungen zerstört. Ein neues Messsystem zur Stauhöhenerfassung sollte den Wasserdruck direkt messen. Dazu wurde die Betonwand des Kontrollgangs, der entlang des wasserseitigen Dammfußes verläuft, von innen nach außen durchbohrt und eine Messeinrichtung eingebaut. Über die Erfahrungen beim Einbau in 24 m Wassertiefe wird berichtet.

Die Hennetalsperre liegt südlich von Meschede im Einzugsgebiet der Ruhr und wurde 1955 in Betrieb genommen. Mit einem Stauvolumen von 38,4 Mio. m³ dient sie im Talsperrenverbundsystem des Ruhrverbands zur Sicherung der Wasserversorgung des Ruhrgebiets. Ihr Steinschüttdamm ist als einer der drei ersten in Deutschland mit einer bituminösen Oberflächendichtung und einem Beton-Kontrollgang am wasserseitigen Dammfuß ausgerüstet.

Zur Kontrolle der Stauhöhe dient an der Hennetalsperre ein Staffelpegel, dessen Pegellatten mit jeweils drei Metern Messbereich gebaut wurden. Eine kontinuierliche Aufzeichnung der Stauhöhe erfolgte bisher über einen Druckluftpegel mit pneumatischer Waage. Dieses System perlt kontinuierlich Luft in einer Ausperlglocke in die Talsperre ein. Der zum Ausperlen der Luft unter Wasser erforderliche Gegendruck wird mechanisch erfasst und elektronisch gespeichert.

Dieses System ist jedoch relativ träge, da die Messleitungen an der Hennetalsperre zwischen dem Druckluftpegel und der Ausperlglocke ca. 300 m lang sind. Aufgrund des großen Luftvolumens in den Leitungen dauert es recht lange, bis ein Druckausgleich im System stattgefunden hat. Hinzu kommt, dass der Druckluftpegel nur einen Messbereich von 15 m erfassen kann. Um dennoch den bewirtschafteten Stauhöhenbereich messen zu können, wurden in den 70er-Jahren drei Ausperltöpfe in etwa 14 m, 28 m und 42 m Tiefe unter Vollstau montiert. Das Umschalten der jeweiligen Messbereiche erfolgte von Hand vor Ort.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasserwirtschaft 09/2016 (September 2016)
Seiten: 3
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: Sebastian Weltmann

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