Evaluierung des Laserscannings zur Deformationsanalyse an der Ennepetalsperre

Laserscanning wird zunehmend für die flächenhafte Erfassung verschiedenster Objekte verwendet. In dieser Projektarbeit wurde überprüft, unter welchen Voraussetzungen es möglich ist, einen Laserscanner zur Deformationsanalyse von flächenhaften Ingenieurbauwerken zu verwenden. Es wurde eine Auswertestrategie entwickelt, die einen Vergleich zwischen einzelnen Epochen in einer sinnvollen Genauigkeit ermöglicht. Die Ergebnisse der entworfenen Strategie wurden durch Vergleichsmessverfahren verifiziert und somit auf ihre Einsatzfähigkeit hin überprüft.

Im dritten Semester des Master-Studiengangs Geoinformatik und Vermessung der Hochschule Mainz ist von den Studierenden ein Projekt als Gruppenarbeit im Rahmen von ca. 540 Arbeitsstunden (18 ECTS-Punkte) pro Studierendem durchzuführen. Es besteht die Möglichkeit für die Studierenden während einer solchen Projektphase neuartige und alternative Auswerteverfahren für bestehende geodätische Problemstellungen zu entwickeln und auf ihre Tauglichkeit hin zu überprüfen. In den letzten Jahren ist ein Trend erkennbar, dass 3-D-Laserscanner zunehmend leistungsfähiger und flexibel einsetzbar sind. Ein großer Vorteil ist, dass mit Hilfe eines Laserscanners innerhalb kurzer Zeit Bauwerke flächenhaft mit einem Raster von 3-D-Koordinaten erfasst werden können und keine diskreten Punkte vorab auszuwählen sind. In dieser Projektarbeit gilt es zu überprüfen, unter welchen Voraussetzungen es möglich ist, einen Laserscanner zur Deformationsanalyse von flächenhaften Ingenieurbauwerken zu verwenden. Als Testobjekte dienen die Ennepetalsperre, die vom Ruhrverband betrieben wird, und ein eigens hierfür entwickelter Laboraufbau an der Hochschule Mainz, der die Geometrie einer Talsperre simuliert. Anhand des Vergleichs verschiedener Epochen lassen sich somit Aussagen zur geometrischen Veränderung des Bauwerks treffen. Die Entwicklung von Laserscannern lässt die Möglichkeit entstehen, Aufgabenfelder wie Überwachungsmessungen zu optimieren und Objekte flächendeckender zu analysieren wie es bisher der Fall war. Aufgrund der geringeren Genauigkeit des Messsystems und der vorliegenden Daten müssen neue Wege bei der Auswertung gegangen und alternative Strategien entwickelt werden.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasserwirtschaft 09/2016 (September 2016)
Seiten: 5
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: Michael Müller
Fabian Schmenger
Daniel Schröder
Kira Zschiesche

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