Fischaufstiegsanlagen an historischen Stauanlagen großzügig gestalten

Historisch begründete Wanderhindernisse nehmen eine besondere Stellung ein, weil die Staue erhalten werden müssen. Ist die Wasserkraft untergegangen, können diese alten Anlagen völlig neu gestaltet werden und zwar mit dem Ziel einer größtmöglichen Wirkung zur Durchgängigkeit. Mittel der Wahl ist eine Umgehung des Staus mit einem neuen Gewässer. Dieses wird großzügig beschickt, ökologisch sowie naturraumtypisch gestaltet und schließlich auch für die Menschen der benachbarten Siedlung attraktiv gemacht. Es wird das planerische Vorgehen beschrieben und an vier Projekten verdeutlicht.

Auf die Umsetzungsgeschwindigkeit von Vorhaben zur Durchgängigkeit hat man als Planer nur begrenzt Einfluss, doch auf die Ziele der Einfachheit und Großzügigkeit sehr wohl. In diesem Beitrag soll unter den Wanderhindernissen besonders auf die eingegangen werden, die historisch begründet sind. Sie nehmen eine Sonderstellung ein, weil Abriss als Alternative nicht in Frage kommt. Entgegen stehen der Denkmalschutz, der Naturschutz, der den Erhalt der Grundwasserverhältnisse für die daran seit langer Zeit gewöhnte Flora und Fauna fordert, und auch die nahe gelegene Bausubstanz, die fundamental je nach Gründung und je nach Untergrundverhältnissen den Erhalt der Staue erzwingt.

In der Regel sind solche historischen Stauanlagen zur Wasserkrafterzeugung eingerichtet worden. In der vergangen Zeit wurden viele aufgegeben, meist aus wirtschaftlichen Gründen, und das Ensemble wurde wegen der hohen Unterhaltungskosten gern der öffentlichen Hand überantwortet. Hier führen oder führten sie ein stiefmütterliches Dasein, weil die Rathäuser nichts damit anzufangen wussten und solche Anlagen als lästige Bestandteile betrachteten, die man aus Hochwasserschutzgründen nicht aus den Augen verlieren durfte, die man aber auch nicht so einfach abreißen konnte.

Die lokale Politik, die die Zusammenhänge nicht übersieht, fordert heute emotional die Wiederinbetriebnahme, die trotz des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) vielfach nicht wirtschaftlich und bei vielen kleinen Anlagen zudem volkswirtschaftlich nachteilig ist, wenn man den Zusammenhang mit der ökologischen Beeinträchtigung herstellt.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasserwirtschaft 07-08/2016 (August 2016)
Seiten: 6
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: Dipl.-Ing. Detlef Sönnichsen
Hanna Haendel

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