Piano-Key-Wehre und Labyrinth-Wehre unter den Randbedingungen einer Bundeswasserstraße

Bewegliche Wehre verursachen hohe laufende Kosten. Um den Unterhaltungsaufwand zu reduzieren, wäre es attraktiv, bewegliche Wehre durch feste zu ersetzen. Labyrinth-Wehre und Piano-Key-Wehre sind dafür besonders erfolgversprechende Typen, da ihre Kronenlänge einem Vielfachen ihrer Einbaubreite entspricht und dadurch eine deutlich höhere Leistungsfähigkeit als bei anderen festen Wehren erreicht wird. Obwohl die Forschung an Labyrinth- und Piano-Key-Wehren in den letzten Jahren stark zugenommen hat, gibt es kaum Erfahrungen mit Labyrinth- oder Piano-Key-Wehren unter Rückstaueinfluss, wie er oft an einer Bundeswasserstraße vorliegt. Im Fokus der Untersuchungen stand daher die Frage, ob der hydraulische Vorteil dieser Wehre auch bei rückstaubeeinflussten Verhältnissen gegeben ist.

Bewegliche Wehre erlauben bis zu einem bestimmten Abfluss die Regelung des Oberwasserstandes auf ein vorgegebenes Stauziel sowie die Steuerung des Abflusses beispielsweise zur Mindestwasserabgabe. Im Zuständigkeitsbereich der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) gibt es etwa 320 Wehranlagen, zumeist bewegliche Wehre mit Verschlüssen unterschiedlichster Bauart. Von den Wehranlagen befindet sich etwa ein Drittel im sog. Nebennetz, das nicht mehr oder nur noch in geringem Umfang für den Güterverkehr benötigt wird. Aus Sicht der Schifffahrt können hier die Anforderungen an Mindestwasserstände gesenkt und eine größere Variabilität der Wasserstände in Kauf genommen werden. Daher gibt es gegenwärtig Überlegungen, bewegliche Wehre außerhalb des Kernnetzes durch feste Wehre zu ersetzen, die in Bau und Unterhaltung günstiger sind und im laufenden Betrieb keinerlei Bedienung erfordern.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasserwirtschaft 05/2016 (Mai 2016)
Seiten: 6
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: Dipl.-Ing. (FH) Fabian Belzner
M.Sc. Jennifer Merkel
Dipl.-Ing. (FH) Udo Pfrommer
Dr.-ing. Michael Gebhardt
Dr.-Ing. Carsten Thorenz

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