Gemäß WRRL wird die fischökologische Zielerfüllung für 297 hessische Oberflächenwasserkörper in Abhängigkeit von Gewässerstruktur und anthropogenem Wanderhindernisbestand dargestellt. Überraschenderweise sind im Rhithral die Wanderhindernisabstände bei Zielerfüllung zum Teil geringer als bei Zielverfehlung. Daraus lassen sich unmittelbar Schlussfolgerungen für die Maßnahmenpriorisierung in der effizienten Gewässerentwicklung ableiten.
Während der letzten beiden Jahrzehnte ist die WRRL zur einflussreichsten Grundlage zur Festlegung der Ziele der Gewässerentwicklung geworden. Renaturierungsvorhaben an Gewässern und Auen finden im gesellschaftlichen Konsens statt. Hierzu zählen auch die Schaffung naturnaher Gewässerstrukturen und die Herstellung der Durchgängigkeit an Querbauwerken.
Es kann als allgemein anerkannter Wissensstand gelten, dass neben der Wasserqualität und der Abflusscharakteristik besonders die Gewässerstruktur wesentlichen Einfluss auf die Lebensgemeinschaften der Fließgewässer hat. Neben der eher flächen- und linienhaften Gewässerstruktur, wie sie sich beispielsweise in der Ausprägung von Strömung und Substrat zeigt, sind punktuelle Unterbrechungen der longitudinalen Durchgängigkeit von besonderer Bedeutung. Der Begriff der Durchgängigkeit ist im sehr guten Zustand durch die WRRL definiert über „eine ungestörte Migration aquatischer Organismen und den Transport von Sedimenten". Auf Grundlage des Standes des Wissens, wie er seit fast zwei Jahrzehnten auch Eingang in die allgemein anerkannten Regeln der Technik gefunden hat, wird eine unterbrochene Durchgängigkeit als gewässerökologisch nachteilig bewertet. Die Durchwanderbarkeit, die als wesentliche gewässerökologische Funktion durch Wanderhindernisse, wie z. B. Querbauwerke, unterbrochen werden kann, soll im Sinne des guten oder sehr guten ökologischen Zustandes hergestellt bzw. erhalten werden. Dementsprechend hat die Herstellung der Durchgängigkeit Eingang in die Maßnahmenprogramme gefunden.
In diesem Zusammenhang ist die effiziente Verwendung der eingesetzten Mittel bezogen auf die zu erfüllenden Ziele des Gewässerschutzes von besonderer Bedeutung. So erfordern die eher linienhaften Maßnahmen der Gewässer- und Auenentwicklung in vielen Fällen die dauerhafte Inanspruchnahme bisher anderweitig genutzter Flächen. Dagegen ist die Herstellung der Durchgängigkeit an anthropogenen Querbauwerken oft aufgrund des eher punktuellen Charakters vergleichsweise einfacher umzusetzen.
Die hier vorgestellten Untersuchungen und Ergebnisse wurden ursprünglich angestoßen durch die Bemühung, für die universitäre Lehre die Zielerfüllung der beiden oben erwähnten Maßnahmenarten in einem regionalen Zusammenhang illustrieren zu können. Dabei wurden einige Ergebnisse erarbeitet, die insbesondere unter Hinblick auf den effizienten Mitteleinsatz bei Gewässerentwicklungsmaßnahmen relevant sind.
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| Quelle: | Wasserwirtschaft 02-03/2016 (März 2016) | |
| Seiten: | 7 | |
| Autor: | Dr.-Ing. Klaus Träbing Prof. Dr.-Ing. Stephan Theobald | |
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